Wirtschaft

"Vertrauen erschüttert" Talfahrt treibt Lira auf Rekordtief

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Den Grund für die Währungskrise und starke Teuerung sehen die Experten auch in der unorthodoxen Geldpolitik der Zentralbank.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die türkische Lira befindet sich weiter im Sinkflug. Am Morgen markiert die Währung zu Dollar und Euro abermals historische Tiefstände, nachdem die Notenbank des Landes ihre Zinssenkungen trotz hoher Inflation fortgesetzt hat.

Für die türkische Lira geht es weiter bergab: Die Währung fällt auf ein Rekordtief, im Gegenzug steigt der Dollar um bis zu 3,3 Prozent auf 16,1863 Lira. Die türkische Zentralbank hatte am Donnerstag trotz hoher Inflation und Währungskrise erneut den Leitzins gesenkt.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 18,82

Seit September haben die Währungshüter bereits mehrfach ihre Geldpolitik gelockert und das, obwohl die Inflationsrate derzeit bei mehr als 21 Prozent liegt. "Das hat das Vertrauen in die Notenbank erschüttert", sagt Thomas Altmann von QC Partners. "Und entsprechend gering ist jetzt das Vertrauen in die türkische Währung." Die Lira hat seit Jahresbeginn bereits rund die Hälfte ihres Wertes zum Dollar eingebüßt.

Im kommenden Jahr dürfte die Geldentwertung nach Prognose von Ökonomen sogar 30 Prozent erreichen. Das geht vor allem auf den Verfall der Landeswährung zurück, die in diesem Jahr die Hälfte ihres Wertes zum Dollar eingebüßt hat. Dadurch werden Importe - etwa von Öl und Medikamenten - teurer, weil diese zumeist in Devisen wie Dollar oder Euro bezahlt werden müssen. "Unsere Währung ist die Lira, und wir werden nicht zulassen, dass sie geschluckt wird", verspricht derweil Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Zentralbank hat Ansehen bei Investoren verloren

Den Grund für die Währungskrise und starke Teuerung sehen die Experten auch in der unorthodoxen Geldpolitik der Zentralbank. Diese hat ihren Leitzins seit September von 19 auf jetzt 14 Prozent gesenkt, obwohl Ökonomen eine deutliche Anhebung für die richtige Antwort halten.

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Erdogan will damit Exporte, Kredite und Wachstum vor der Wahl im Jahr 2023 ankurbeln. "Wir sind entschlossen, der Unsicherheit, die durch die Wechselkursschwankungen und die exorbitanten Preissteigerungen entstanden ist, so schnell wie möglich ein Ende zu setzen", sagte Erdogan.

Die Zentralbank hat rapide an Ansehen bei Investoren verloren. Dazu hat Erdogan beigetragen, der wiederholt Zinssenkungen gefordert und drei Notenbankchefs binnen zweieinhalb Jahren geschasst hat, was die Unabhängigkeit der Währungshüter infrage stellt.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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