Wirtschaft

Bei hoher Inflationsrate Tarifverdienste sind 2021 kaum gestiegen

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Das erste Mal seit Langem übersteigen die Inflationsraten die Tariflohnzuwächse wieder.

(Foto: picture alliance / Karl Schöndorfer / picturedesk.com)

Nach aktueller Bilanz des Statistischen Bundesamtes sind die Tarifverdienste in Deutschland im Jahr 2021 nur leicht angestiegen. Gleichzeitig haben die Verbraucherpreise deutlich schneller zugenommen: Auch im kommenden Jahr dürften die Löhne hinter den Preisen zurückbleiben.

Die Kaufkraft der Millionen Tarifbeschäftigten in Deutschland hat 2021 unter dem geringsten Lohnplus seit mindestens elf Jahren und der starken Inflation gelitten. Die Tarifverdienste einschließlich Sonderzahlungen wuchsen um durchschnittlich 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. "Dies wäre der geringste Anstieg der Tarifverdienste seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2010", hieß es dazu. Die Verbraucherpreise dürften dagegen mit rund drei Prozent deutlich schneller zulegen. "Damit würde die Verdienstentwicklung der Tarifbeschäftigten im Jahr 2021 deutlich unter der Inflationsrate liegen", so die Statistiker.

Das Ifo-Institut geht davon aus, dass auch im kommenden Jahr die Preise schneller steigen werden als die Tariflöhne. Letztere dürften den Münchner Forschern zufolge vor allem wegen Einmalzahlungen um 2,4 Prozent zulegen, die Inflationsrate aber mit 3,3 Prozent erneut deutlich höher liegen. Die wirtschaftliche Erholung und die stärkere Teuerung könnten sich "erst mit zeitlicher Verzögerung in kräftigeren Steigerungen der regulären Tarifentgelte niederschlagen", heißt es im aktuellen Ifo-Konjunkturausblick.

Inflation im Vorjahr extrem gering

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Die Tarifrunde 2021 wurde nach wie vor durch den ungewissen Verlauf der Corona-Pandemie und die damit verbundenen ökonomischen Unsicherheiten geprägt, stellte kürzlich das Tarifarchiv des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts fest. "Im Ergebnis führt dies zu eher moderaten Tariflohnzuwächsen", sagte dessen Leiter Thorsten Schulten. Während 2020 die Beschäftigten aufgrund einer damals sehr niedrigen Inflationsrate von 0,5 Prozent ein kräftiges Reallohnwachstum verzeichnen konnten, übersteigen hohe Inflationsraten in diesem Jahr erstmals seit Langem wieder deutlich die Tariflohnzuwächse.

Manche Ökonomen befürchten, dass die Gewerkschaften wegen der höheren Inflation früher oder später deutlich kräftigere Lohnabschlüsse durchsetzen könnten, um Kaufkraftverluste einzudämmen. Stark steigende Personalkosten wiederum könnten Unternehmen dazu veranlassen, ihre Verkaufspreise kräftig anzuheben, um die Gewinnmarge zu halten. Dadurch könnte eine Spirale aus immer weiter steigenden Preisen und Löhnen in Gang gesetzt werden.

Quelle: ntv.de, lno/rts

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