Wirtschaft

"Alle ziehen an einem Strang" Taskforce soll Bau der Tesla-Fabrik regeln

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Bis die ersten Tesla-Modelle in der Brandenburger Fabrik gefertigt werden, wird es noch eine Weile dauern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Ankündigung von Tesla-Chef Musk, in der Nähe von Berlin eine "Gigafactory" zu bauen, lässt die Politik frohlocken. Doch noch ist es ein weiter Weg, bis die Großfabrik ihre Tore öffnen kann. Ein eigens einberufenes Gremium soll nun dabei helfen, dass in den kommenden Monaten nichts schiefgeht.

"Lassen Sie uns an die Arbeit gehen." Mit diesen Worten hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke den Startschuss für eine spezielle Taskforce seiner Landesregierung gegeben. Sie wurde vor dem Hintergrund des geplanten Baus einer Großfabrik des amerikanischen E-Autobauers Tesla in Grünheide bei Berlin gegründet. Er freue sich, dass die Taskforce so kurzfristig eingerichtet wurde, so der SPD-Politiker.

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"Die heutigen Gespräche haben gezeigt: Alle ziehen an einem Strang", betonte er nach dem ersten Treffen. Es sei klarer gemeinsamer Wille, dass das Projekt nicht nur gelinge, sondern auch schnell an den Start gehen könne. Neben Vertretern von Tesla und dem Ministerpräsidenten arbeiten in dem Gremium Ressortchefs von Ministerien, Beteiligte aus der Kommune und dem Landkreis mit.

Die Abgesandten von Tesla stellten in der Beratung ihre Planung vor. Die Antragsunterlagen würden derzeit vorbereitet, anschließend solle der Zeitplan abgestimmt werden, hieß es. Den Angaben der Staatskanzlei zufolge soll im ersten Halbjahr 2020 der Bau beginnen, bislang war das erste Quartal im Gespräch gewesen. Ab 2021 soll dann das Tesla-Modell "Y" in Grünheide gefertigt werden. Erst jüngst war überraschend bekannt geworden, dass eine Fabrik des Unternehmens nach Brandenburg kommen soll - Unternehmenschef Elon Musk spricht von einer sogenannten Gigafactory.

Tesla will nach Angaben der Staatskanzlei eine einstellige Milliardensumme investieren. Das Unternehmen könne - wie andere auch - Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen, wird betont. Für die Fabrik ist ein etwa 300 Hektar großes Areal vorgesehen, für das ein rechtsgültiger Bebauungsplan vorliege. Dies könne weitere Verfahren inhaltlich und zeitlich vereinfachen, hieß es. Für das "immissionsschutzrechtliche Verfahren" müsse Tesla prüffähige Unterlagen beim zuständigen Landesamt für Umwelt einreichen.

"Cybertruck" sorgt für Aufsehen

Mindestens einmal im Monat wollen die Teilnehmer der neu gebildeten Taskforce tagen. Zudem sollen Arbeitsgruppen zu speziellen Themen eingerichtet werden - etwa zu den Bereichen Genehmigungen, Infrastruktur oder Fachkräfte. Mit kommunalen und regionalen Behörden solle es einen engen Austausch geben.

In den USA stellte Musk unterdessen eine weitere Neuerung vor: Mit einem futuristisch aussehenden Elektro-Pick-up will Tesla ins Kerngeschäft amerikanischer Autoriesen vorpreschen. Das große Fahrzeug mit dem Namen "Cybertruck" hat eine ungewöhnliche dreieckige Form, die eher an einen kantigen Tarnkappen-Kampfjet als einen klassischen Pick-up erinnert. Für Aufsehen sorgte neben dem Design auch eine Panne: Das "Tesla-Panzerglas" zeigte ein Netz aus Rissen, als Designchef Franz von Holzhausen eine Metallkugel dagegen warf.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa