Wirtschaft

Powell-Effekt hält an Tech-Werte treiben Rekordjagd weiter an

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Die wichtigsten technologieorientierten Börsenbarometer erklommen im Handelsverlauf Höchststände.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Die abwartende Haltung von US-Notenbankchef Jerome Powell beim Ausstieg aus dem geldpolitischen Krisenmodus sorgt an der Wall Street für Kauflaune. S&P-500 und Tech-Indizes erklimmen weitere Rekorde. Dennoch waren die Inflationssorgen der Anleger nicht ausgeräumt.

Käufe vor allem in Technologiewerten haben die Indizes auf neue Höhen geführt. S&P-500 wie Nasdaq-Composite stiegen gleich zu Handelsbeginn auf Allzeithochs. Die Anleger zeigten sich weiter ermutigt von Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell vom Freitag. Er hatte nur vage Signale bezüglich des Zeitpunkts ausgesendet, zu dem die Federal Reserve mit der Rückführung ihrer monatlichen Anleihekäufe beginnen werde. Außerdem beharrte er darauf, dass der deutliche Anstieg der Inflation nur ein vorübergehendes Phänomen sei.

Seine Äußerungen waren dahingehend interpretiert worden, dass die Fed es nicht allzu eilig mit dem sogenannten Tapering habe. Dies hatte bereits am Freitag Aktien und Anleihen nach oben gebracht.

S&P 500
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Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 Prozent tiefer bei 35.400 Punkten. Der S&P-500 stieg um 0,4 Prozent, und der Nasdaq-Composite um 0,9 Prozent. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.431 (Freitag: 2.731) Kursgewinner und 1.875 (568) Kursverlierer. Unverändert gingen 121 (130) Titel aus dem Handel.

Allerdings waren Inflationssorgen und Zweifel am Tempo der wirtschaftlichen Erholung nicht ausgeräumt, zumal die Nachrichtenlage dünn war. Es standen weder wichtige Konjunkturdaten noch Unternehmensereignisse auf der Agenda. "Ich bin nervös wegen des Markts", sagte Kent Engelke, Chefkonjunkturstratege bei Capitol Securities Management. Er verwies darauf, dass der anstehende September historisch ein schwieriger Monat für Aktien sei.

Übernahmen bringen Bewegung in Einzelwerte

Finanzwerte litten unter den sinkenden Renditen, was den Dow-Jones-Index belastete. Goldman Sachs, JP Morgan und Amex verloren bis zu 2,6 Prozent. Dagegen waren die Tech-Giganten erneut gefragt und trieben die Nasdaq-Indizes nach oben. Apple stiegen um 3 Prozent und Amazon um 2,1 Prozent.

Apple
Apple 142,11

Paypal verteuerten sich um 3,6 Prozent. Einem Medienbericht zufolge soll eine neue Führungskraft die Bemühungen um Investitionen in den Verbraucherbereich leiten. So soll über Paypal Aktienhandel ermöglicht werden.

Hill-Rom legten um 9,7 Prozent zu. Baxter International (+2,7%) will den Medizintechnikhersteller für rund 10 Milliarden Dollar kaufen, wie informierte Personen berichteten. Hill-Rom kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 9 Milliarden Dollar.

Ölpreise profitieren von Hurrikan

Die Ölpreise bauten die Erholungsbewegung der Vorwoche leicht aus. Hurrikan "Ida" stützt tendenziell die Preise. Von der Opec-Konferenz am 1. September erwarten die ING-Analysten keine Impulse. Nachdem sich die Preise jüngst erholt hätten, dürfte die Opec ihre Förderkürzungen wie geplant drosseln.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 88,53

Der Dollar verharrte auf seinem deutlich schwächeren Niveau. Nachdem einige Falken des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) sich nochmals für einen Beginn des Tapering schon im September ausgesprochen hätten, schien der Markt offenbar doch noch die Hoffnung gehegt zu haben, dass auch von US-Notenbankpräsident Powell ähnliche Töne zu hören sein würden, blickt Devisen-Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank zurück. Doch mit dem Warnhinweis auf die sich ausbreitende Delta-Variante habe er sogar eher eine vorsichtigere Haltung an den Tag gelegt. Die Commerzbank schließt daraus, dass ein Tapering-Beschluss bereits im September eher unwahrscheinlich ist. Der Markt scheine dies ähnlich zu interpretieren, weshalb der Dollar gefallen sei.

Der Anleihemarkt verbuchte mit Blick auf die eher taubenhaften Aussagen Powells weiteren Zulauf. Die Zehnjahresrendite sank um knapp 4 Basispunkte auf 1,28 Prozent.

Der Goldpreis gab etwas nach, hielt aber die meisten Gewinne vom Freitag. Der schwächere Dollar und die Perspektive einer noch länger lockeren Geldpolitik hatten das Edelmetall zum Wochenausklang nach oben getrieben.

Quelle: ntv.de, chf/DJ

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