Wirtschaft

Auszeit in der heißen Phase Tesla-Produktionschef legt Pause ein

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Unscheinbar sportlich: Für Tesla soll das "Model 3" den Einstieg in den Massenmarkt möglich machen - und das Unternehmen endlich in die schwarzen Zahlen tragen.

(Foto: REUTERS)

Überraschende Ankündigung bei Tesla: Der Top-Manager, der bei dem E-Autobauer für die Fahrzeugfertigung zuständig ist, nimmt sich einen mehrwöchigen Sonderurlaub - trotz aller Schwierigkeiten und Verzögerungen in der Produktion.

Pro Stunde, heißt es, verbrennt der Elektropionier Tesla Motors derzeit fast 400.000 Dollar: Bei der Auslieferung des für den Massenmarkt gedachten Hoffnungsträgers "Model 3" liegt der Autobauer mittlerweile bereits mehrere Monate hinter dem Zeitplan. Investoren und Analysten werden langsam nervös. Das Projekt Tesla droht tiefer in die roten Zahlen zu fahren.

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Kurz: Das Unternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk steht extrem unter Erfolgsdruck - will oder muss aber der für die Produktion verantwortlichen Führungskraft dennoch einen großzügigen Sonderurlaub gewähren.

Produktionschef Doug Fields nehme eine Auszeit, bestätigte ein Tesla-Sprecher. Der Manager wolle "Kraft tanken und Zeit mit der Familie verbringen", sagte er dem "Wall Street Journal". Gerüchte über einen Wechsel oder gar eine Kündigung Fields' werden von dem Hersteller ausdrücklich dementiert. "Er hat Tesla nicht verlassen."

Nach Informationen der Zeitung geht es um eine sechswöchige Pause. Fields, der 2013 zu Tesla kam, ist für die Fahrzeugentwicklung zuständig. Der Auto-Manager übernahm im vergangenen Jahr auch die Verantwortung für die Produktion. Tesla kämpft derzeit mit großen Schwierigkeiten, die Produktion des "Model 3" so schnell wie angekündigt in Schwung zu bringen.

Tesla-Chef Musk steht nicht nur bei Geldgebern und Analysten im Wort: Auch die Kundschaft des Autobauers könnte über kurz oder lang die Geduld verlieren, sollte Tesla Motors nicht zügig liefern können. Die Zielmarke von 5000 Fahrzeugen pro Woche soll neuesten Ankündigungen zufolge bis Ende Juni erreicht werden - ein halbes Jahr später als geplant.

Musk hatte eingeräumt, ein Grund für die Probleme sei, dass er zu aggressiv auf die Automatisierung der Fertigung gesetzt habe. Inzwischen kommen in der Fabrik wieder mehr menschliche Fachkräfte zum Einsatz.

400.000 wartende Kunden

Tesla hat eigenen Angaben zufolge über 400.000 Reservierungen für den Wagen, dessen Produktion eigentlich im vergangenen Sommer startete. Anfangs konnte Tesla jedoch aufgrund der Probleme in der Produktion nur wenige hundert Fahrzeuge pro Monat ausliefern.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres schwollen die Verluste des jungen Autobauers auf 709,6 Millionen Dollar (592,1 Millionen Euro) an. Der Umsatz wuchs gleichzeitig um 26 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Dem ehrgeizigen Ziel von 5000 "Model 3" pro Woche hinkt Tesla weiter hinterher: In der letzten Aprilwoche liefen gerade einmal 2270 Fahrzeuge dieses Typs vom Band, Ende März waren es nur 2020 gewesen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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