Wirtschaft

Folge von Betrugsvorwürfen Tesla-Rivale Nikola blitzt bei GM ab

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"Truck Tre" heißt das Modell eines Nikola-Lkws, den es vielleicht nie geben wird.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Börsen-Krimi um den einst hoch gehypten Tesla-Rivalen Nikola beginnt ein neues Kapitel. Nach Betrugsvorwürfen ringt sich der US-Autoriese GM durch, dem Elektroauto-Start-up die vereinbarte Partnerschaft aufzukündigen. An der Wall Street fallen die Nikola-Aktien um 20 Prozent.

Der größte US-Autobauer General Motors (GM) macht bei seiner strategischen Partnerschaft mit dem Tesla-Rivalen Nikola einen Rückzieher. Eine zunächst geplante Aktienbeteiligung an dem Elektroauto-Start-up soll es nun vorerst doch nicht geben. Das räumt Nikola in einer Mitteilung ein. Auch Pläne für einen gemeinsamen Elektro-Pick-up namens Badger wurden demnach verworfen. Nikola war im Herbst nach Betrugsvorwürfen wegen mutmaßlicher Irreführung von Investoren heftig unter Druck geraten, Chef und Gründer Tevor Milton nahm seinen Hut. Seitdem war unklar, wie GM auf die Anschuldigungen reagieren und ob der US-Branchenriese weiter zu dem Partner stehen würde.

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Jetzt wurde eine weitreichende Allianz vom September zurückgedreht - es bleibt lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung, laut der GM sein Brennstoffzellensystem Hydrotec für Nikolas geplante Lkw-Produktion bereitstellen soll. An der Börse sorgte dies für große Ernüchterung - Nikolas Aktien fielen im frühen New Yorker Handel um über 20 Prozent. Eigentlich hatte GM sich mit elf Prozent an Nikola beteiligen wollen. Eine Attacke des Leerverkäufers Hindenburg Research hatte den Höhenflug des Tesla-Konkurrenten aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona vor rund zwei Monaten abrupt gestoppt.

Kein marktreifes Produkt im Angebot

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Hindenburg beschuldigte Nikola-Gründer Milton etlicher Hochstapeleien und kam zu dem Schluss, dass es sich bei dessen Unternehmen letztlich um einen "komplexen Betrug" handele. Hindenburg wettet zwar als Finanzspekulant gegen Nikola und profitiert davon, wenn die Aktien der Firma fallen. Doch Milton konnte einige Vorwürfe nicht entkräften und musste zugeben, bei einer Produktpräsentation geblufft zu haben.

Nikola konkurriert unter anderem mit Tesla bei der Entwicklung elektrischer Pick-up-Trucks und Lkw. Das Unternehmen mischte seit Mitte des Jahres die Börse auf und sorgte dort mit ambitionierten Wachstumsplänen für große Euphorie. Zwischenzeitlich wurde Nikola von Anlegern sogar höher bewertet als der US-Autoriese Ford, obwohl die Firma bislang noch kein einziges marktreifes Produkt im Angebot hat. Die Betrugsvorwürfe haben die Aktien stark fallen lassen, aber Nikola hatte zuletzt noch immer einen Börsenwert von 8,8 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, mau/dpa