Wirtschaft

Meistverkauftes Auto in Norwegen Tesla schafft Auslieferungsrekord

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In Shanghai warten Dutzende Tesla 3 auf ihre Auslieferung.

(Foto: imago images/VCG)

Mit einem starken Schlussspurt hat es der E-Autobauer Tesla seinen Kritikern gezeigt. Die selbst gesteckte Untergrenze bei den Auslieferungen wird erreicht. Fortan rollen die Stecker-Autos auch außerhalb der USA vom Band.

Etappensieg für Tesla-Chef Elon Musk: Der Elektroautobauer hat im abgelaufenen Jahr seine Verkaufsziele erreicht und damit die skeptischen Experten überrascht. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley lieferte insgesamt 367.500 Fahrzeuge aus, wie es mitteilte, und landete damit am unteren Ende des angepeilten Absatzes von 360.000 bis 400.000 Autos. Damit steigerte sich Tesla um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Allein im vierten Quartal wurden den Angaben zufolge 112.000 Fahrzeuge an die Kunden übergeben. Analysten hatten Musks Firma nur knapp 105.000 zugetraut. Das trieb Tesla-Aktien an der New Yorker Börse um bis zu 5,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 454 Dollar. Mit 80 Milliarden Dollar ist Tesla deutlich mehr wert als die Branchengrößen General Motors und Ford. Im vergangenen Jahr hatten die Papiere bereits mehr als ein Viertel an Wert gewonnen.

Neuer Bestwert bei Fertigung

Der am Finanzmarkt wegen seiner Eskapaden oft mit Misstrauen beäugte Musk kann sich mit den jüngsten Zahlen bestätigt fühlen. Bereits im vorhergehenden Quartal hatte er seine Kritiker mit schwarzen Zahlen überrascht. Von den 112.000 zwischen Oktober und Dezember ausgelieferten Fahrzeugen entfielen 92.550 auf das Model 3, das schon ab 35.000 Dollar verkauft wird. In Norwegen war das Model 3 - nicht zuletzt dank massiver staatlicher Hilfen für die E-Mobilität - im vergangenen Jahr bereits das meistverkaufte Auto.

Auch bei der Fertigung gelang dem Unternehmen im Schlussquartal mit knapp 105.000 hergestellten Autos ein neuer Bestwert. Dies zeige, dass Tesla seine Probleme in der Fabrikation überwunden habe, sagte Analyst Jed Dorsheimer von Canaccord Genuity. "Die jüngste Eskalation der geopolitischen Unsicherheiten, die den Ölpreis nach oben treibt, dürften Tesla-Aktien Rückenwind geben", fügte er hinzu.

Erst Shanghai, dann Berlin

Auch in der neuen Tesla-Fabrik in Shanghai - der ersten außerhalb der USA - läuft es offenbar. Das zwei Milliarden Dollar teure Werk habe gezeigt, dass sich dort mehr als 3000 Fahrzeuge pro Woche produzieren ließen, erklärte Tesla. Das Werk soll einst eine Kapazität von jährlich 500.000 Autos erreichen.

Das erste Model 3, das dort produziert wurde, soll am Dienstag an einen Kunden übergeben werden. Tesla will mit dem Aufbau der Produktion in China zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: den riesigen chinesischen Markt für Elektroautos aufrollen - und die Importzölle auf Autos aus den USA umgehen.

Sein erstes großes europäisches Werk plant der Autobauer in Deutschland. In Grünheide bei Berlin soll von 2021 an das Kompakt-SUV Model Y herstellt werden. Der Baubeginn für die Fabrik auf einer 300 Hektar großen Fläche soll im ersten Halbjahr 2020 sein.

Genehmigungsverfahren eröffnet

Derweil ist für das Werk das Genehmigungsverfahren eröffnet. Am Freitag wurde das Projekt im "Amtsblatt für Brandenburg" veröffentlicht. Demnach sind unter anderem ein Presswerk, eine Gießerei, eine Lackiererei sowie mehrere Fertigungseinheiten etwa für Sitze, Batterien und zur Endmontage und ein Klärwerk geplant. Umweltminister Axel Vogel sagte: "Alles läuft nach Plan." Einen Monat lang könnten nun die Antragsunterlagen eingesehen werden. Bis 5. März seien Einwendungen möglich.

Zu Wochenbeginn werden dann in der Gemeinde Grünheide (Mark), der Stadt Erkner und dem Amt Spreenhagen sowie im Landesamt für Umwelt am Standort in Frankfurt (Oder) die Anträge und der Bericht über die Umweltverträglichkeitsprüfung ausgelegt. Auch im Internet werde der Bericht veröffentlicht, hieß es.

Parallel zur Öffentlichkeitsbeteiligung prüfen die Behörden, die von dem Vorhaben betroffen sein könnten, den Antrag. Im Blick stehe unter anderem, ob alle Vorschriften zum Schutz der Umwelt eingehalten werden. Als Produktionsbeginn wird in den Unterlagen der Juli 2021 angestrebt. Dann sollen dort mehrere Tausend Menschen arbeiten.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ/dpa