Wirtschaft

EU-Kommission prüft Stahlfusion Thyssen und Tata umgarnen Brüssel

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Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp bereitet die Fusion mit Tata Steel aus Indien vor.

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Thyssenkrupp und Tata Steel müssen für ihre geplante Stahlfusion Kompromisse in Kauf nehmen. Die beiden Konzerne wollen mit Verkäufen mögliche Bedenken abwenden. Dennoch berät die EU-Kommission weiter.

Im Bemühen um grünes Licht aus Brüssel für ihre geplante Fusion haben die Konzerne Thyssenkrupp und Tata Steel der EU-Kommission Zugeständnisse gemacht. Die EU-Kommission verlängerte die Frist, bis zu der sie sich zu den Plänen äußern will, auf den 5. Juni.

Thyssenkrupp
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Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp will seine Stahlsparte mit dem indischen Unternehmen Tata Steel verschmelzen und so ein Gegengewicht zu günstigem Stahl aus China schaffen. Derzeit prüft die EU-Kommission die geplante Fusion, um Auswirkungen auf den Wettbewerb auf den Stahlmärkten wie etwa höhere Preise zu untersuchen.

Ende Oktober hatte die Kommission erklärt, es gebe nach einer ersten Markterfassung unter anderem Bedenken bei Stahl in der Automobilindustrie und bei Verpackungsstahl, der etwa für Konservendosen benutzt wird. Zu den nun gemachten Zugeständnissen wurde aus der Kommission nichts bekannt gegeben.  Üblicherweise hat die Behörde 90 Arbeitstage Zeit, um Fusionen im Detail zu prüfen. Diese Frist kann jedoch verlängert werden, wenn nötige Informationen nicht rechtzeitig übermittelt werden.

Dem "Handelsblatt" zufolge boten die beiden Konzerne den Verkauf von Teilen ihrer Autoblechproduktion an, darunter der spanischen Thyssenkrupp-Tochter Galmed. Außerdem sind die beiden Unternehmen demnach bereit, Verpackungsstahl-Aktivitäten abzugeben, etwa Produktionseinheiten in Belgien und Großbritannien. Sie bieten zudem den Zugang zu ihrer Rohstahlproduktion an, wie das "Handelsblatt" berichtete. Die Stahlfusion mit dem Konkurrenten Tata gilt als ein Kernstück des geplanten Konzernumbaus von Thyssenkrupp.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP/dpa

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