Wirtschaft

Corona setzt Stahlriesen zu Thyssenkrupp steht vor Milliardenverlust

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Thyssenkrupp rutscht tief in die Verlustzone.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die gegenwärtige Krise setzt der ohnehin schwächelnden Stahlsparte ordentlich zu. Thyssenkrupp hat ein verlustreiches Quartal hinter sich. Und Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Der Konzern warnt vor einem massiven Einbruch in der zweiten Jahreshälfte.

Dem ohnehin angeschlagenen Industriekonzern Thyssenkrupp macht die Corona-Pandemie zusätzlich zu schaffen: Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/2020 fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem wegen einer schwachen Entwicklung im Stahlgeschäft um fünf Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Der Nettoverlust summierte sich auf 946 Millionen Euro. Im gesamten ersten Halbjahr des Geschäftsjahres betrug er 1,3 Milliarden Euro.

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Angesichts der roten Zahlen warnt Thyssenkrupp vor einem massiven Einbruch in der zweiten Jahreshälfte. "Infolge der vorübergehenden Werksschließungen und Produktionsrücknahmen der Kunden aus der Automobilindustrie" werde der Umsatz "deutlich zurückgehen", teilte der kriselnde Stahl- und Industriekonzern mit. Für die Monate April bis Juni sei im schlimmsten Fall in den fortgeführten Geschäften ein bereinigter operativer Verlust (Ebit) von gut 1 Milliarde Euro nicht auszuschließen. Wahrscheinlich sei aber, dass ohne das Aufzugsgeschäft ein Minus im hoch dreistelligen Millionenbereich anfallen werde.

"Die Corona-Pandemie stellt uns vor gewaltige Herausforderungen", erklärte Vorstandschefin Martina Merz zur Vorstellung der Zahlen. Noch sei das ganze Ausmaß der Krise für die Geschäfte des Konzerns nicht vollständig absehbar. "Aber bereits jetzt wird deutlich, dass die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen sehr tiefe Spuren hinterlassen werden."

In den vergangenen Monaten seien "etliche Fortschritte beim Umbau" von Thyssenkrupp gemacht worden, erklärte Merz. So sei etwa das Aufzuggeschäft verkauft worden. Mit der profitablen Sparte will der Konzern andere Unternehmensbereiche sanieren. Die finanziellen Mittel aus dem Verkauf, der bis Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen sein soll, sollen Merz zufolge "bestmöglich" für das Unternehmen eingesetzt werden. Allerdings sei "heute schon klar, dass Corona unseren Spielraum deutlich einschränken wird".

Quelle: ntv.de, hny/AFP/dj