Wirtschaft

Warum die Verschiebung verschoben wird Timing ist das A und O beim BER

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Der Zeitplan für die Fertigstellung des BER wackelt erneut.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gefühlt ist die Zeit wieder reif für eine Verschiebung: Der Bau am BER hinkt hinterher und der Aufsichtsrat tagt. Doch es gibt gute Gründe, warum es an diesem Freitag wohl keine neuen Erkenntnisse über das Start-Datum geben wird.

Der vorerst letzte Zeitplan sieht vor, dass der neue Hauptstadtflughafen im märkischen Sand bis Ende 2017 ans Netz geht. Doch rund anderthalb Jahre vor dem Start-Termin gibt es wieder berechtigte Zweifel am Timing. Heute wird der Aufsichtsrat die Lage beurteilen. Theoretisch könnte der Eröffnungstermin nach vier Verschiebungen wieder verschoben werden. Wahrscheinlich ist das aber nicht.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte Mitte März zwar zugesagt, am 22. April bekanntzugeben, ob es 2017 noch klappt oder nicht. Wenig später deutete er allerdings an, dass eine Entscheidung über den Termin auch erst im Oktober fallen könnte.

Wichtig sei nur, dass die Eröffnung den Fluggesellschaften zwei Flugplanwechsel zuvor angekündigt werde, hatte Mühlenfeld damals im Flughafen-Ausschuss des Brandenburger Landtags erläutert. Der Winterflugplan beginnt im Oktober, der Sommerflugplan im März. Will der Flughafen bis Dezember 2017 an den Start gehen, müssten die Fluggesellschaften im Oktober 2016 darüber in Kenntnis gesetzt werden.

"Hinter dem Bausoll"

Die Flughafengesellschaft will unbedingt an 2017 festhalten. Zuverlässige Aussagen, ob dieses Start-Datum eingehalten werden kann, sind derzeit aber schwer zu machen. Der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, räumte in der vergangenen Woche im Abgeordnetenhaus ein, "hinter dem Bausoll" zurückzuliegen. Er beteuerte zwar, es gebe Maßnahmen, "um Zeit aufzuholen". Welche, ließ er aber offen.

Schuld an den Verzögerungen hat das Bauordnungsamt, das Nachtragsforderungen gestellt hat. Hier ist derzeit eine Hängepartie angesagt. Die Prüfung der sogenannten fünften und sechsten Nachträge zum Bauantrag durch das Bauordnungsamt dauert voraussichtlich noch bis in den späten Mai. Wie das Ergebnis ausfallen wird, darüber kann im Moment nur spekuliert werden. Schon deshalb dürften sich die Aufsichtsräte bedeckt halten.

Gegen eine Entscheidung spricht auch eine andere Prüfung: Die Europäische Kommission will Ende Mai eine Genehmigung für die Beihilfen über zwei Milliarden Euro erteilen. Eine Verschiebung zum jetzigen Zeitpunkt würde die Finanzierung gefährden. Auch das spricht dafür, dass die Ankündigung über Hopp oder Top, Start oder weitere Verschiebung aufgeschoben wird.

Offiziell Gelegenheit ein Datum festzulegen, haben die Aufsichtsräte entweder auf einer Sondersitzung im Juni oder bei ihrem regulären Treffen im Juli. Spätestens im Oktober warten die Fluggesellschaften wegen ihrer Flugpläne auf eine Ansage, ob es noch mit 2017 klappt. Timing bleibt am BER wichtig.

Quelle: n-tv.de, ddi

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