Wirtschaft

Nach dem Bilanzskandal Toshiba vermeldet rote Zahlen

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Zahlen mit großer Verzögerung vorgelegt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein milliardenschwerer Bilanzskandal hat im Sommer Toshiba erschüttert. Der japanische Elektronikkonzern rückt dadurch erst spät sein Jahresergebnis, das einen Verlust beinhaltet, heraus. Die Anleger sind froh, dass es die Zahlen endlich gibt.

Der japanische Elektronikkonzern Toshiba hat nach Bekanntwerden eines milliardenschweren Bilanzskandals rote Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Das Unternehmen fuhr nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2014/2015, das bis Ende März lief, ein Minus von 37,8 Milliarden Yen (285 Millionen Euro) ein. Vor Bekanntwerden des Skandals hatte das Konzern mit einem Gewinn von 120 Milliarden Yen gerechnet.

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Der Umsatz lag den Angaben zufolge bei 6,66 Billionen Yen und damit so hoch wie bereits zuvor angekündigt. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2013/2014 war das ein Plus von 2,6 Prozent. Toshiba veröffentlichte die Bilanz in letzter Minute vor Ablauf einer Frist der Finanzaufsicht, die zunächst bis zum 31. August gelaufen und dann noch einmal um eine Woche verlängert worden war.

Trotz einer Verzögerung von insgesamt vier Monaten im Vergleich zum normalen Rhythmus der Bilanzveröffentlichung sah sich Toshiba nicht in der Lage, eine Vorhersage für die Ergebnisse des laufenden Geschäftsjahrs zu treffen. Dies geschehe "so schnell wie möglich", teilte der Konzern mit.

Zahlen systematisch frisiert

Die Anleger an der Börse von Tokio reagierten dennoch positiv darauf, dass Toshiba die Bilanz für 2014/2015 endlich vorlegte. Die Papiere des Konzerns legten zwischenzeitlich um fast sechs Prozent zu und schlossen 1,75 Prozent im Plus. "Es gibt ein Gefühl der Erleichterung, weil das Unternehmen jetzt in der Lage war, die Bilanz zu veröffentlichen", sagte Chihiro Ota vom Finanzdienstleister SMBC Nikkei Securities.

Im Juli war bekannt geworden, dass Toshiba seine Bilanzen in den sechs vergangenen Geschäftsjahren um umgerechnet 1,13 Milliarden Euro geschönt hatte. Das Management habe die Zahlen systematisch frisiert, befand eine vom Konzern beauftragte Untersuchungskommission.

Toshiba-Präsident Hisao Tanaka und sein Vorgänger Norio Sasaki verließen in Reaktion auf den Skandal das Unternehmen, auch weitere Manager traten zurück. Es handelte sich um einen der schwersten Finanzskandale in der japanischen Geschäftswelt seit Jahren. Für den 30. September berief Toshiba eine außerordentliche Hauptversammlung ein.

Quelle: ntv.de, wne/AFP

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