Wirtschaft

Fünfstelliger Betrag entfällt Toyota dreht Umwelthilfe Geldhahn zu

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Toyota setzt stärker als andere Hersteller auf Hybrid-Antriebe, die von Diesel-Fahrverboten nicht betroffen wären.

REUTERS

Die Deutsche Umwelthilfe verliert einen ihrer prominentesten Geldgeber: Toyota beendet die finanzielle Unterstützung des Vereins. Der Autobauer betont, die Entscheidung habe nichts mit dem juristischen Feldzug gegen Diesel-Fahrverbote zu tun.

Toyota beendet seine Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Ab dem kommenden Jahr soll kein Geld mehr an die Verbraucherschutzorganisation fließen, wie ein Sprecher von Toyota erklärte. Ein Projekt mit der DUH, das Toyota finanziert habe, sei beendet. Dabei sei es um Hybrid-Taxis gegangen. Auch die DUH bestätigte das Ende der Zusammenarbeit.

Mit dem Engagement der DUH, in einer Reihe von Städten Dieselfahrverbote gerichtlich durchzusetzen, hat die Entscheidung dem Toyota-Sprecher zufolge nichts zu tun. Der japanische Autobauer habe die Umwelthilfe seit zwanzig Jahren gefördert, zeitweise mit Beträgen im mittleren fünfstelligen Bereich. Zuletzt sollen die Zahlungen auf einen unteren fünfstelligen Betrag gefallen sein.

Die Zusammenarbeit wird seit langem kritisch gesehen, weil die Umweltlobby mit Klagen in einer Reihe von Städten die Einhaltung der Stickstoff-Grenzwerte und Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge durchsetzen will. Toyota setzt stärker als andere Hersteller auf Hybrid-Antriebe, die von solchen Fahrverboten nicht betroffen wären. "Wir sind nicht gegen den Diesel", erklärte dazu der Toyota-Sprecher. Der japanische Autobauer biete Dieselvarianten in drei Baureihen an.

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch sagte, es gehe um eine Summe von 30.000 Euro, die noch von Toyota an die DUH gehe. "Die Entscheidung überrascht uns nicht, der Druck der Autoindustrie auf Toyota wurde immer größer." Toyota habe über die Jahre der Zusammenarbeit nie mehr als ein Prozent zur Finanzierung des Gesamtetats der DUH von derzeit bis zu zehn Millionen Euro beigetragen.

CDU debattiert über DUH-Gemeinnützigkeit

Das Geld kommt zum einen von Projektzuschüssen - sie stammen etwa von der EU-Kommission, Bundes- und Landesministerien sowie nationalen und internationalen Stiftungen. Daneben gibt es Förderer und Spender. Auch die Brauerei Krombacher hatte die Zusammenarbeit mit der Umwelthilfe beendet. Krombacher hatte im Rahmen eines Artenschutz-Projektes mit dem WWF, der Umwelthilfe und dem Nabu kooperiert.

Die Arbeit der DUH spielt auch eine Rolle auf dem bevorstehenden CDU-Bundesparteitag. Der Bezirksverband Nordwürttemberg fordert in einem bereits bekannt gewordenen Antrag, der Umwelthilfe die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Das könnte unter anderem zur Folge haben, dass Spenden an den Verein nicht mehr steuerlich absetzbar wären. Die Antragskommission empfiehlt, den Antrag in folgender Fassung anzunehmen: "Die CDU Deutschlands fordert zu prüfen, ob die 'Deutsche Umwelthilfe' noch die Kriterien für die Gemeinnützigkeit erfüllt."

Die Umwelthilfe reagierte gelassen auf den CDU-Vorstoß. Sie sei seit mehr als 40 Jahren gemeinnützig. Dies werde Jahr für Jahr von den zuständigen Finanzämtern geprüft.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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