Wirtschaft

Neue Lkw-Aktie aus Deutschland Traton zuckelt an die Börse

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Großer Rummel zur Eröffnungsglocke: Am letzten Handelstag im Juni schiebt Volkswagen die Lkw-Aktie Traton an die Börse.

(Foto: REUTERS)

Volkswagen muss sich beim Börsengang der Lkw-Tochter Traton mit schwächeren Erlösen begnügen als zunächst erhofft. Zur Parkettpremiere fallen die Reaktionen der Anleger am Markt vergleichsweise verhalten aus. Die junge Aktie verliert zum Auftakt an Wert.

Der Nutzfahrzeug-Hersteller Traton kommt bei seinem Börsendebüt nicht in die Gänge. Die Aktien der Volkswagen-Tochter erschienen am Morgen im Rahmen der mit Spannung erwarteten Erstnotiz mit einem Ausgabepreis von 27 Euro erstmals auf der Anzeigetafel an der Frankfurter Börse.

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Der Ausgabepreis lag damit am unteren Rand der Angebotsspanne, was nach Einschätzung von Experten bereits ein deutliches Signal für eine zögerliche Marktreaktion darstellt. Volkswagen hatte im Vorfeld mit einem Ausgabepreis von bis zu 33 Euro je Aktie gerechnet. Das Emissionsvolumen der insgesamt 57,5 Millionen Papiere belief sich damit nur auf 1,55 Milliarden Euro.

Kursverluste in den ersten Minuten

Volkswagen wollte mit dem Börsengang eigentlich bis zu 1,9 Milliarden Euro erlösen. Am ersten Handelstag entwickelten sich die Traton-Aktie zunächst schwach: Der Kurs der frisch erhältlichen Anteilsscheine brachte den Erstanlegern am Premierentag wenig Freude ein. Innerhalb der ersten Stunde fielen die Aktien in einem halbwegs freundlichen Gesamtmarkt bis auf 26,44 Euro zurück. Gegen Mittag dümpelte die neue Lkw-Aktie aus Deutschland bei 26,68 Euro.

In den freien Aktienhandel waren am Morgen im Rahmen des Börsengangs rund 11,5 Prozent des Lkw-Geschäfts der Traditionshersteller MAN und Scania gekommen. In einem ersten Schritt ging es um 50 Millionen Aktien. Über eine Mehrzuteilungsoption wurden dann nochmals bis zu 7,5 Millionen Aktien angeboten. Basierend auf dem Platzierungspreis belief sich die Marktkapitalisierung von Traton 13,5 Milliarden Euro.

Zu Traton gehören neben den beiden Lkw-Bauern MAN aus München und Scania aus Schweden auch die brasilianische Tochter "Caminhoes e Onibus" und die Mobilitätsmarke "Rio". Das Geld aus dem Verkauf der Traton-Aktien soll früheren Angaben zufolge komplett in die Kassen der Traton-Mutter Volkswagen fließen.

Börsengang im zweiten Versuch

Die Traton-Papiere schafften es erst im zweiten Anlauf an die Börse. Die Wolfsburger Konzernmutter hatte den ursprünglich fürs Frühjahr angesetzten Börsengang von Traton mit Verweis auf das eher schwache Börsenumfeld im März überraschend auf Eis gelegt.

Unmittelbar vor der Hauptversammlung vor einem Monat wurde der Börsengang dann aber erneut aufs Gleis gebracht. Ankeraktionär bei Traton ist der schwedische Pensionsfonds AMF Pensionsförsäkring AB. Er hatte sich bereit erklärt, Aktien im Wert von 200 Millionen Euro zu zeichnen.

Sitz des Lkw-Bauers ist München. Branchenkenner rechnen mit größeren Unternehmenskäufen. Spekuliert wird etwa, dass Traton-Chef Andreas Renschler eine Übernahme des US-Herstellers Navistar anstrebt, an der Traton bereits mit rund 17 Prozent beteiligt ist.  Derzeit ist Traton vor allem in Europa und Südamerika aktiv, im weltgrößten Nutzfahrzeugmarkt USA ist die VW-Brummitochter bislang nur schwach vertreten.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/rts