Wirtschaft

Seltenes EingeständnisTrump: Ölpreise könnten bis November hoch bleiben

12.04.2026, 22:20 Uhr
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Auch in den USA sind die Benzinpreise zuletzt drastisch gestiegen - wie hier an einer Tankstelle in Manhattan. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Donald Trump räumt in einem Interview erstmals ein, dass die Ölpreise bis zu den Zwischenwahlen im Herbst hoch bleiben könnten. Die politische Quittung für den Angriff auf den Iran könnte für den US-Präsidenten bitter werden.

US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Öl- und Benzinpreise bis zu den Zwischenwahlen in den USA im November hoch bleiben werden. Das ist ein seltenes Eingeständnis der möglichen politischen Folgen seiner Entscheidung von Ende Februar, den Iran anzugreifen.

"Es könnte so sein, oder gleich bleiben, oder vielleicht ein bisschen höher, aber es dürfte in etwa gleich bleiben", sagte Trump am Sonntag dem Sender Fox auf die Frage, ob die Kosten für Öl und Benzin bis zum Herbst sinken würden. Seine Äußerungen folgen auf wochenlange Behauptungen, der Preisanstieg werde nur ein kurzfristiges Phänomen sein. Trump hatte kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar auch gesagt, der Krieg werde vier Wochen "oder kürzer" dauern.

Der Durchschnittspreis für Benzin an US-Tankstellen lag laut Daten des Dienstes "GasBuddy" den größten Teil des Aprils bei über vier Dollar pro Gallone (3,79 Liter). Das sind zwar umgerechnet "nur" rund 0,90 Euro pro Liter - entspricht in den USA aber fast 30 Prozent mehr als vor dem Ausbruch des Iran-Krieges. Am Ölmarkt ist der Preis für ein Fass Rohöl (159 Liter) von knapp 73 Dollar (umgerechnet rund 62,21 Euro) von vor Beginn der Nahost-Angriffe auf bis zu 114 Dollar gestiegen (rund 97,15 Euro).

Aktuell liegt dieser bei etwa 96 Dollar (rund 81,81 Euro) - nachdem Trump eine Deeskalation im Iran-Krieg in Aussicht gestellt hatte. Gespräche darüber haben am Wochenende aber zu keiner Einigung geführt.

Trumps politisches Ansehen hat in den USA gelitten, da Meinungsumfragen zeigen, dass der Iran-Krieg bei der Mehrheit der Amerikaner unbeliebt ist. Die US-Bürger sind auch über die gestiegenen Benzinpreise verärgert. Trumps Zustimmungsrate ist auf den niedrigsten Stand seiner zweiten Amtszeit gesunken. Das schürt bei seiner Partei die Sorge, die Republikaner könnten bei den Zwischenwahlen im November die Kontrolle über den US-Kongress verlieren. Eine demokratische Mehrheit in einer der beiden Kammern könnte einen Großteil von Trumps Gesetzgebung blockieren. 

Quelle: ntv.de, bho/rts

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