Deutsche Pipelines in US-HandTrump-Vertrauter soll sich in kritische Infrastruktur eingekauft haben

Kelcy Warren ist ein großer Unterstützer von US-Präsident Trump. Sein Ölkonzern übernimmt nun laut einem Medienbericht zahlreiche deutsche Tanklager und Pipelines. Die Grünen sprechen von einem "Ausverkauf kritischer Infrastruktur".
Ein enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump kontrolliert laut einem Medienbericht seit dem 16. Januar einen erheblichen Teil der deutschen Energieinfrastruktur. Wie der "Spiegel" berichtet, wurde Deutschlands größter Tanklagerbetreiber TanQuid vom US-Ölkonzern Sunoco übernommen. Dessen Eigentümer Kelcy Warren steht dem US-Präsidenten Donald Trump nahe und hat die MAGA-Bewegung mit Millionenspenden unterstützt.
Laut dem "Spiegel" erteilte das Bundeswirtschaftsministerium am 9. Januar eine "Freigabe unter Auflagen". Zu Details schweigt das Ministerium jedoch. TanQuid gehören dem Bericht zufolge rund ein Fünftel der deutschen Tanklagerkapazitäten und mehr als tausend Kilometer strategisch bedeutsame Pipelines.
Die Grünen hatten im Vorfeld vor einem "Ausverkauf kritischer Infrastruktur" gewarnt. Auch Greenpeace kritisiert die Entscheidung scharf: Die Bundesregierung gebe die kritische Energieinfrastruktur in die Hände eines fossilen US-Konzerns, dessen Mutterkonzern Energy Transfer Umweltorganisationen mit existenzbedrohenden Klagen unter Druck setze, darunter etwa Greenpeace USA.
Zur Übernahme durch Sunoco gehören auch 49 Prozent der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft, die Kerosin für deutsche Militärflugplätze liefert - darunter Büchel, wo amerikanische Atomwaffen lagern. "Diese militärische Infrastruktur ist für die Einsatzfähigkeit der Luftwaffen extrem wichtig - dass sie jetzt zu 49 Prozent einem US-Unternehmen gehört, ist politisch hochbrisant", sagt Jacopo Maria Pepe von der Stiftung Wissenschaft und Politik dem "Spiegel".
Sunoco-Eigentümer Kelcy Warren, laut "Forbes" einer der reichsten Menschen der Welt, soll Schätzungen zufolge zwischen 12,5 und 25 Millionen Dollar an MAGA-nahe Initiativen gespendet haben. Trump revanchierte sich bereits in seiner ersten Amtszeit mit einer Anordnung, die den Weg für Warrens umstrittenes Pipelineprojekt Dakota Access Pipeline freimachte.