Wirtschaft

Amerikas Rechtsextreme verwirrt Trump attackiert den Bitcoin

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Ist kein Fan von Bitcoin: Donald Trump.

(Foto: AP)

Donald Trump schießt eine Breitseite in Richtung Kryptowährungen und preist den US-Dollar. Womit er nicht rechnet: Bei einigen seiner Unterstützer kommt das überhaupt nicht gut an.

Donald Trump hat ein neues Opfer für seine Twitter-Tiraden gefunden: "Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen", verkündete der US-Präsident der Welt. Es handele sich nicht um Geld, ihr Wert sei sehr schwankungsanfällig und nichts als heiße Luft. Außerdem können Kryptowährungen Drogenhandel und andere illegale Machenschaften fördern, schimpfte er.

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Dann ging es weiter. Auch die von Facebook geplante Währung Libra nahm Trump ins Visier, obwohl Libra im Gegensatz zu Bitcoin als sogenannter "Stable Coin" ohne spekulative Schwankungen konzipiert ist. "Facebooks Kryptowährung wird wenig Ansehen und Zuverlässigkeit haben", wetterte der US-Präsident und forderte: Wenn Facebook und andere Unternehmen eine Bank werden wollten, brauchen sie eine entsprechende Zulassung. "Dann müssen sie sich der Bankenregulierung unterwerfen, genau wie andere Banken auch, sowohl national als auch international."

Und Trump wäre nicht Trump, wenn er seinen Twitter-Rundumschlag ohne patriotisches Bekenntnis und Superlativ abschließen würde: Die einzig wahre US-Währung sei der Dollar. "Er ist stärker denn je, zuverlässig und vertrauenswürdig zugleich. Er ist bei weitem die dominanteste Währung der Welt, und das wird auch so bleiben."

"Korruptes Establishment"

Warum Trump plötzlich Kryptowährungen attackiert, ist nicht klar. Wahrscheinlich hängt es mit dem von ihm als "Social Media Gipfel" bezeichneten Treffen von rechtsgerichteten Bloggern, Internet-Trollen und Netz-Aktivisten im Weißen Haus zusammen, unter ihnen etwa Verbreiter von Verschwörungstheorien. Twitter, Facebook und Googles Youtube hatten die Nutzerkonten einiger der Teilnehmer zeitweise gesperrt oder gar gelöscht. Trump sieht in ihnen Leidensgenossen. Er behauptet immer wieder, die beiden Social-Media-Giganten und Google würden konservative Meinungen zensieren. Also wettert Trump gegen das "korrupte Establishment", "lügnerische Medien" und stellt fest: "Unsere Stimme ist lauter als jede andere, aber wir werden nicht fair behandelt."

In diesem Zusammenhang dürfte auch das Krypto-Bashing stehen. Schließlich wird dem Facebook-Projekt Libra durchaus zugetraut, bei Transaktionen eine nennenswerte Alternative zu herkömmlichen Währungen zu werden. Aber auf Facebook ist Trump schon lange alles andere als gut zu sprechen.

Die Ironie daran ist, dass viele Teilnehmer des "Gipfels" Kryptowährungen für eine hervorragende Idee halten. Sie sehen in ihnen eine Waffe gegen sogenanntes Fiatgeld wie dem Dollar. Außerdem boykottiert der Finanzdienst Paypal einige rechtsgerichtete Blogger - sie sind deshalb auf Kryptowährungen ausgewichen.

"Das ist ein großer Fehler und zeigt einen Mangel an Visionen", schrieb der Rechtsaußen Mike Cernovich unter einen Trump-Tweet. "Mann, die Kushner-Präsidentschaft fängt wirklich an, eine Belastung zu werden", twitterten die Verantwortlichen des libertären sozialen Netzwerks Gab. Jared Kushner, der Schwiegersohn von Trump, und seine Familie sind modern-orthodoxe Juden und immer wieder auch anti-semitischen Angriffen ausgesetzt. Bei Gab dürfen sich auch Rassisten und Rechtsextreme ohne Beschränkungen äußern. Dort finden sich Unterstützer von Donald Trump wie der frühere Breitbart-Autor Milo Yiannopoulos und der rechtsgerichtete Blogger Alex Jones, die von Twitter und Facebook verbannt wurden.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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