Wirtschaft

Anwohner müssen weichenTrump baut neuen Golfplatz auf vietnamesischem Friedhof

29.05.2026, 19:30 Uhr
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Vietnam genehmigte den Bau des Hotels ungewöhnlich schnell, berichtet die "New York Times" (Foto: AFP)

Im vergangenen Jahr droht US-Präsident Trump Vietnam mit Zöllen von fast 50 Prozent. Dann genehmigt das Land dem Trump-Unternehmen, ein Luxushotel auf einem Friedhof zu bauen. Der US-Präsident senkt die Zolldrohungen kurz darauf. Nun bangen Angehörige der Toten und Anwohner um ihre Existenz.

Eine halbe Stunde südlich von Hanoi liegt die Gemeinde Chau Ninh. Dort befindet sich ein Friedhof, auf dem hunderte im Krieg gefallene vietnamesische Soldaten liegen - noch. Genau dort baut die Trump Organization, das Unternehmen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, für 1,5 Milliarden Dollar ein 990 Hektar großes Luxus-Resort mit mehreren Golfplätzen.

Knapp 4000 Haushalte seien unmittelbar von dem Bau betroffen, berichtet die "Financial Times". Viele der Menschen sind Hinterbliebene der Toten vom Friedhof. Sie erhielten die Fläche um den Friedhof nach Kriegsende als Entschädigung von der Regierung und verdienen ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft. Jetzt kündigen die Behörden die Pachtverträge allerdings. Die Familien müssten aufgrund von Trumps Plänen nicht nur für sich selbst ein neues Zuhause finden, sondern auch ihre toten Angehörigen ausgraben und umbetten, schreibt die Zeitung. Dabei dränge die Regierung die Menschen auch, ihr Land für umgerechnet drei US-Dollar deutlich unter Marktpreis zu verkaufen und biete lediglich Reisvorräte für einige Monate als Kompensation, berichtet Reuters. Einige Anwohner weigerten sich deshalb, ihr Land abzugeben und verzögerten nun den Bau.

Die Regierung reagiert darauf offenbar, indem sie den Druck erhöht. Gegenüber den Journalisten der "Financial Times" klagen die Menschen über Einschüchterungsversuche durch Regierungsvertreter. Zudem kritisieren sie mangelnde Transparenz darüber, wie viel ihr Land tatsächlich wert sei. Auch gibt es dem Bericht zufolge bislang lediglich Entschädigungs- und Umsiedlungspläne für ein Drittel der 550-Hektar-Fläche für die erste Bauphase. Durch den drohenden Verlust der Fläche fürchten die Menschen um ihre Existenz. "Ich werde keine andere Arbeit finden", klagte ein Anwohner gegenüber der Zeitung.

Genehmigung nach Zolldrohungen

Die vietnamesische Regierung genehmigte den Bau des Luxushotels im Frühjahr 2025, womöglich wegen politischen Drucks durch den US-Präsidenten. Trump hatte dem südasiatischen Land zuvor mit 46 Prozent Zöllen gedroht. Das Land genehmigte das Bauprojekt ungewöhnlich schnell, obwohl Umweltprüfungen noch ausstanden, berichtet die "New York Times". Trump zog seine Drohung anschließend zurück und erhob schließlich Zölle auf vietnamesische Produkte von lediglich 20 Prozent.

Zudem genehmigte die Regierung das Projekt, nachdem Trumps Sohn und Chef des Familienunternehmens, Eric Trump, ins Land reiste. Der damalige vietnamesische Regierungschef Pham Minh Chinh erklärte: Eric Trumps persönlicher Besuch motivierte die Regierung, das Projekt voranzutreiben.

Die Trump Organization und Eric Trump bestritten, dass der Präsident aktiv an den Unternehmensgeschäften mitwirke. Beobachter vermuten hinter dem vietnamesischen Entgegenkommen hingegen einen Versuch des Landes, den US-Präsidenten zufriedenzustellen. Experten sind sich unsicher, ob der Bau eines eigenen Luxushotels dafür ausreicht. "Die Symbolik ist wichtig, aber sie wird nicht alle Probleme zwischen Vietnam und den USA lösen" schrieb ein Analyst des ISEAS Yusof Ishak Instituts. "Vietnam muss mehr tun, um die Trump-Regierung bei Handel und Zöllen zufriedenzustellen."

Quelle: ntv.de, gri

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