Wirtschaft

Megafusion von US-Rüstungsriesen Trump befürchtet höhere Waffenpreise

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Eine Rakete vom Typ AMRAAM AIM-120C7 wird von einer mobilen Abschussrambe abgefeuert - die Aufnahme entstand bei einer Übung in Schweden. Auch dieser Waffentyp kommt von Raytheon.

(Foto: Raytheon)

Der US-Rüstungskonzern Raytheon plant eine Großfusion mit dem Luftfahrtriesen United Technologies. US-Präsident Trump zeigt sich besorgt, ob der neue Player den Spielraum Washingtons beim Waffenkauf einschränken könnte. Der neue Riesenkonzern wäre an der Börse 120 Milliarden Dollar wert.

In der US-Rüstungs- und Luftfahrtindustrie bahnt sich eine Mega-Fusion an. Die US-Konzerne United Technologies und Raytheon wollen sich zusammenschließen. Durch die Fusion, die über einen Aktientausch erfolgen soll, würde ein Branchen-Gigant mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 74 Milliarden Dollar entstehen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich zunächst skeptisch zu dem Plan. "Ich bin etwas besorgt wegen United Technologies und Raytheon", sagte Trump im US-Sender CNBC. Der US-Präsident warf die Frage auf, ob die Fusion zu weniger Wettbewerb führen und es für die US-Regierung schwieriger machen könnte, Rüstungsverträge zu verhandeln. "Es sind zwei großartige Unternehmen, ich liebe sie beide." Aber er wolle nichts sehen, was "unserem Wettbewerb" schadet.

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Die Unternehmen wollen ihren Zusammenschluss in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abschließen. "Die Kombination von United Technologies und Raytheon wird die Zukunft von Luftfahrt und Verteidigung bestimmen", verkündete United-Technologies-Chef Greg Hayes. Die Dimension wäre enorm: An der Börse ist United Technologies derzeit 114 Milliarden Dollar und Raytheon 52 Milliarden Dollar wert. Der Rüstungskonzern Raytheon ist vor allem für sein Patriot-Raketensystem und die Tomahawk-Marschflugkörper bekannt. United Technologies gehört mit seinen Pratt-and-Whitney-Motoren zu den Großakteuren der Luftfahrt.

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Allerdings wird United Technologies zwei große Tochterfirmen nicht in die Fusion einbringen. Das Industriekonglomerat hatte bereits im November angekündigt, sich in drei separate Unternehmen aufzuspalten. Während die Aufzugsparte Otis und der Klimaanlagenbauer Carrier auf eigene Füße gestellt werden, soll das Luft- und Raumfahrtgeschäft mit dem zugekauften Rivalen Rockwell Collins und dem Triebwerkbauer Pratt & Whitney zum Kern des mit Raytheon fusionierenden Konzerns werden.

Die neue Gesellschaft, an der United Technologies mit 57 Prozent die Mehrheit übernimmt, dürfte es dennoch auf einen Börsenwert von rund 120 Milliarden Dollar bringen. Leiten wird das neue Unternehmen, das Raytheon Technologies Corporation heißt, United-Technologies-Chef Hayes. Die Aufsichtsgremien beider Konzerne haben dem Zusammenschluss laut der gemeinsamen Mitteilung bereits zugestimmt. Raytheon-Chef Tom Kennedy sprach von "enormen Chancen für unseren zukünftigen Erfolg".

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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