Wirtschaft

So war das nicht geplant Trump macht den Dollar teurer

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Wünscht sich eine deutlich schwächere US-Währung: Donald Trump.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Donald Trump will eine schwache US-Währung. Der US-Präsident sorgt allerdings dafür, dass das Gegenteil eintritt. Auch der Handelsstreit mit China trägt dazu bei, dass der Dollar immer stärker wird.

Wenn eine Fee Donald Trump die Erfüllung von drei Wünschen in Aussicht stellen würde, dann stünde ein schwächerer Dollar wohl ganz oben auf der Liste des US-Präsidenten. Kurz vor seinem Amtsantritt hatte er die Richtung vorgegeben und geschimpft: "Der starke Dollar bringt uns um." Ironischerweise trägt Trump allerdings wesentlich dazu bei, dass der Dollar nicht schwach, sondern stark ist.

Trump will im Rahmen seiner "America First"-Mission einen schwachen Dollar, da so die US-Produkte auf dem Weltmarkt billiger und im Ausland hergestellte Produkte in den USA teurer werden. Seit geraumer Zeit passiert jedoch das Gegenteil: Der Dollar gewinnt an Kraft. Er tendiert zu einem aus den Währungen der wichtigsten Handelspartner der USA zusammengesetzten Korb fast so hoch wie bei den Rekordständen im Jahre 2002.

Das macht Trump offensichtlich wütend. Und so feuert er eine Breitseite nach der anderen gegen die Notenbank Fed, sie möge doch endlich die Zinsen kräftig senken. Die Logik dahinter: Niedrigere Zinsen machen es tendenziell unattraktiver, im Dollar-Raum Geld anzulegen - das vermindert die Nachfrage nach der US-Währung und macht sie somit schwächer.

Tatsächlich hatte die Fed unter der Führung des von Trump installierten Notenbankchefs Jerome "Jay" Powell die Zinsen sieben Mal erhöht. Die jüngste Zinssenkung hat den US-Präsidenten nicht milde gestimmt, im Gegenteil. Trumps Austeilen in Richtung Fed ignoriert allerdings, warum die unabhängige Zentralbank die Zinsen vergleichsweise hoch hält: Trump hat eine gesunde Konjunktur geerbt. Die US-Wirtschaft läuft rund, die Arbeitslosigkeit ist außerordentlich niedrig. Das ist normalerweise kein Umfeld für Billig-Zinsen.

Handelszoff stärkt den Dollar

Der Dollar ist also stark, weil die US-Wirtschaft brummt. Somit ist es für Investoren aus aller Welt attraktiv, dort zu investieren - das treibt den Dollar-Kurs nach oben. Und Trump hat dazu beigetragen, etwa durch Deregulierung und massive Steuersenkungen für Unternehmen. All das ging so weit, dass die Fed zeitweise eine Überhitzung der US-Wirtschaft fürchtete.

Paradoxerweise tragen auch die von Trump angezettelten Handelsstreitereien dazu bei, dass der Dollar steigt. Das liegt daran, dass deshalb Geld aus Schwellenländern in die USA fließt. Investoren bringen es im Dollar-Raum in Sicherheit, weil eine Eskalation der diversen Handelskonflikte die Schwellenländer noch heftiger treffen würde als die USA.

Und dann sind da noch die Gegenmaßnahmen, die den Dollar schwächen. Am eindrucksvollsten demonstriert das Chinas Zentralbank. Sie lässt den Yuan zum Dollar massiv abwerten und stellt damit einen Währungskrieg in Aussicht. Der Vorteil der Chinesen ist dabei, dass ihre Zentralbank der Führung in Peking zu Diensten ist - und dass die Volksrepublik im Gegensatz zu den USA nicht als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten gilt.

Nun zeigt sich, dass Trump nicht alles haben kann, also eine brummende Wirtschaft, Steuersenkungen, einen Handelsstreit mit China - und gleichzeitig einen schwachen Dollar.

Quelle: n-tv.de

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