Konto dicht nach KapitolsturmTrump verklagt größte US-Bank auf fünf Milliarden Dollar

Von einer "subversiven Praxis" ist in der Anklageschrift die Rede, vom Versuch, der Öffentlichkeit eine politische Ansicht aufzuzwingen. US-Präsident Trump will Milliarden von der US-Bank JPMorgan. Diese hatte 2021 sein Konto geschlossen - nur wenige Wochen nach dem Kapitolsturm.
US-Präsident Donald Trump hat die US-Großbank JPMorgan Chase und ihren Chef Jamie Dimon auf Schadenersatz in Höhe von mindestens fünf Milliarden Dollar verklagt. In der am Donnerstag eingereichten Klageschrift heißt es, die Bank habe im Februar 2021 aus politischen Gründen mehrere Konten des abgewählten Präsidenten geschlossen und ihm damit "erheblichen finanziellen Schaden" zugefügt. Auch sein Ruf habe infolgedessen gelitten.
JPMorgan Chase wies Trumps Klage als "unbegründet" zurück. Das Geldhaus erklärte, es schließe "keine Konten aus politischen oder religiösen Gründen", sondern nur dann, "wenn sie ein rechtliches oder regulatorisches Risiko" für das Institut darstellten.
Der Trump-nahe Sender Fox News veröffentlichte die Klageschrift auf seiner Webseite. Darin behaupten Trumps Anwälte, die Großbank habe sich wegen ihrer "woken" Ansichten "von Präsident Trump und seinen konservativen politischen Ansichten distanzieren müssen". Der Vorfall mache eine "subversive Praxis der Branche" sichtbar. Banken versuchten so, "die Öffentlichkeit zu zwingen, ihre politischen Ansichten zu ändern".
JPMorgan: "Regulatorische Erwartung" schuld
Geschlossen worden war Trumps Konto nur wenige Wochen nach dem gewaltsamen Eindringen von Trump-Anhängern in den US-Kongress am 6. Januar 2021. Trumps Anhänger wollten damit die Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden verhindern. Trump hatte die Klage am Wochenende in seinem Onlinedienst Truth Social angekündigt und die Kontenschließung in Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol gestellt.
Trump wirft JPMorgan Chase zudem vor, ihn, seine Familie und deren Unternehmen zu Unrecht auf einer "Blacklist" zu führen und diese Liste mit anderen Banken geteilt zu haben. Bankchef Dimon soll das persönlich angewiesen haben.
JPMorgan Chase ist die größte Bank der USA. Die Bank sagte, sie bedauere, Konten schließen zu müssen. Meist seien es aber "Vorschriften und regulatorische Erwartungen", die solche Entscheidungen bedingten. Man befürworte eine Gesetzesänderung, habe diese und die vorherige Regierung gebeten, "die Regeln zu ändern, die uns in diese Position gebracht haben". Man unterstütze die Bemühungen der Regierung sicherzustellen, "dass der Bankensektor nicht als Waffe eingesetzt wird".