Wirtschaft

Nur noch zwei Tage Tsipras erklärt das "Nein"

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Tsipras: Der IWF bekräftigt unsere Meinung.

(Foto: REUTERS)

Zwei Tage vor dem Referendum erneuert Regierungschef Tsipras die Forderung nach einem Schuldenschnitt. Die Verbindlichkeiten sollten um 30 Prozent reduziert werden. Für den übrigen Schuldendienst sollte eine "Gnadenfrist von 20 Jahren" gelten.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat seine Landsleute erneut zu einem "Nein" beim Referendum am Sonntag aufgerufen. Das Volk müsse Nein sagen zu Erpressung und Ultimaten, sagte Tsipras in einer Fernsehansprache. Die Griechen würden am Sonntag ihre Zukunft in die "eigene Hand nehmen" und gegen die Sparprogramme der Gläubiger stimmen. "Ein Nein bedeutet nicht den Abbruch, sondern die Fortsetzung der Verhandlungen", versicherte Tsipras seinen Landsleuten.

Die Verbindlichkeiten sollten um 30 Prozent reduziert werden. Zudem verlangte der Linkspolitiker für den übrigen Schuldendienst eine "Gnadenfrist von 20 Jahren". Die griechischen Staatsschulden haben derzeit ein Volumen von rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Laut Umfrage der Zeitung "Avgi" wollen 43 Prozent der Griechen am Sonntag mit "Nein" und damit gegen die Politik der Geldgeber stimmen. 42,5 Prozent favorisieren das "Ja". Rund neun Prozent der Befragten sind demnach noch unentschlossen.

Gericht stimmt zu

Am Abend wurde dann auch die spannende Frage geklärt, ob das Referendum überhaupt stattfinden kann. "Es kann stattfinden", urteilte das Oberste Verwaltungsgericht des Landes und wies den Einspruch zweier Privatpersonen zurück. Das Gericht sah demnach keinen Verstoß gegen die Verfassung.

IWF-Bericht stützt Position der Regierung

Durch einen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht Tsipras die Position seiner Regierung bestätigt. Der Fonds hatte erklärt, Griechenland könnte auf eine Verlängerung der Kredite und umfangreiche Schuldenschnitte angewiesen sein, sollte die Konjunktur schlechter laufen als erwartet. Tsipras sagte, der Bericht bestätige das Offensichtliche: "dass die griechischen Schulden nicht tragfähig sind".

Spitzenvertreter der Athener Regierung hatten zuletzt bei den internationalen Geldgebern für eine Erleichterung und Umstrukturierung der Schulden geworben. Bisher waren sie damit bei den Gläubigern jedoch abgeblitzt. Diese wollen vorerst nicht über eine Umschuldung verhandeln.

EFSF spricht von Insolvenz

Das bisherige Hilfsprogramm der Geldgeber lief zum Monatswechsel aus. Der Euro-Rettungsfonds EFSF erklärte das Land für insolvent. Bereits zuvor war Griechenland beim IWF in Zahlungsverzug geraten.

In Griechenland findet am Sonntag eine Volksabstimmung über das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise statt. Vom Ausgang hängt ab, ob und wie Athen und seine internationalen Gläubiger künftig über weitere Hilfen für das Krisenland beraten werden.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa/rts

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