Wirtschaft

Streit um wertvolle Gasfelder Türkei will erneut vor Zypern bohren

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Das türkische Schiff "Yavuz" soll bereits nächst Woche anfangen zu bohren.

(Foto: REUTERS)

Die Auseinandersetzung zwischen der Türkei und Zypern um große Gasfelder im Mittelmeer droht weiter zu eskalieren. Ankara kündigt an, ein zweites Schiff für Probebohrungen vor die Küste des Inselstaates zu entsenden. Die EU hat bereits mit Sanktionen gedroht.

Die türkische Regierung hat angekündigt, ein zweites Schiff für Probebohrungen nach Erdgas vor der Küste Zyperns zu entsenden. Das Schiff "Yavuz" werde vor der Halbinsel Karpas im Nordosten der Mittelmeerinsel Untersuchungen anstellen und "hoffentlich" innerhalb der nächsten Woche die ersten Bohrungen vornehmen, zitierte der Privatsender NTV den türkischen Energieminister Fatih Dönmez.

Seit der Entdeckung großer Gasfelder vor der zyprischen Küste ist ein Streit zwischen der Türkei und dem EU-Mitglied Zypern entbrannt. Vor Zypern werden Gasvorkommen von bis zu 227 Milliarden Kubikmetern vermutet. Experten gehen von möglichen Gewinnen in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro aus.

Das türkische Schiff "Fatih" hatte bereits Probebohrungen in den umstrittenen Gasfeldern gestartet. Zypern warf der Türkei daraufhin vor, gegen internationales Recht zu verstoßen. Die EU droht der Türkei mit Sanktionen. Ankara beharrt darauf, dass die Bohrungen gemäß internationalem Recht in seinem Kontinentalschelf erfolgen, also auf einem vom Meer bedeckten Festlandsockel. Zahlreiche Vermittlungsversuche der Vereinten Nationen (UN) zur Überwindung der Teilung sind bisher gescheitert.

Türkei will Beteiligung von Nordzypern

Die Regierung Zyperns hat ihrerseits mit ausländischen Konzernen wie Eni aus Italien, Total aus Frankreich und Exxon Mobil aus den USA Verträge zur Erforschung der Vorkommen geschlossen. Die Türkei will eine Ausbeutung aber verhindern, solange die Türkische Republik Nordzypern daran nicht beteiligt wird.

Die Mittelmeerinsel Zypern ist seit 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilt. Damals hatte die türkische Armee nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer den Nordteil der Insel besetzt. Die Türkische Republik Nordzypern wird allerdings nur von Ankara anerkannt.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP/dpa

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