Wirtschaft

Erdogan appelliert an Landsleute Türken sollen Lira mit ihrem Gold retten

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Appelle an die Türken, ihre Goldbestände gegen Lira einzutauschen sind schon in der Vergangenheit verhallt.

(Foto: AP)

Mit der Entlassung des dritten Notenbank-Chefs innerhalb von zwei Jahren hat Präsident Erdogan das Vertrauen in die türkische Währung erneut erschüttert. Um die Lira zu stützen, fordert er nun von seinen Bürgern, ihre privaten Gold- und Devisenbestände zu investieren.

Nach dem Absturz der türkischen Lira hat Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Landsleute aufgerufen, ihre angehäuften Devisen- oder Goldbestände zur Ankurbelung der Wirtschaft zu investieren. Sein Appell richte sich an Bürger, "die zu Hause ausländische Währung und Gold aufbewahren, nur um sich sicher zu fühlen".

Beim Parteikongress seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP sagte Erdogan in Ankara: "Von diesen, meinen Bürgern möchte ich, dass sie die Devisen und das Gold in ihren Häusern, was unser nationales Vermögen ist, in verschiedene Finanzmittel investieren und es damit in die Wirtschaft und Produktion einbringen." Er rief Investoren zudem dazu auf, in die Türkei zu vertrauen.

Türkische Bürger sowie einheimische und ausländische Investoren fühlten zuletzt ganz offenbar ihr Vermögen in der türkischen Währung nicht sicher aufgehoben. Die Lira und die Börsenkurse in Istanbul waren zu Wochenbeginn drastisch eingebrochen. Auslöser war die Entlassung von Notenbankchef Naci Agbal durch Erdogan am Wochenende. Die Lira sackte gegenüber dem US-Dollar um zeitweise 15 Prozent ab, der Börsenindex Bist 100 verlor fast 10 Prozent.

Agbal hatte in seiner kurzen Amtszeit verlorenes Vertrauen in die als wankelmütig geltende Geldpolitik der Türkei zurückgewonnen. Mit Zinsanhebungen hatte er den zuvor stark gefallenen Lira-Kurs stabilisiert, obwohl Präsident Erdogan ein Gegner hoher Zinsen ist. Letzteres dürfte Agbal zum Verhängnis geworden sein. Der neue Zentralbankchef Sahap Kavcioglu ist ehemaliger Abgeordneter von Erdogans AKP und die vierte Besetzung auf dem Posten in zwei Jahren.

Für die türkische Lira war 2020 schon ein schreckliches Jahr. Zum Dollar verlor sie rund 20 Prozent an Wert. Für die Bevölkerung schlägt sich dieser Wertverlust in einer horrenden Inflation nieder. Februar lag sie bei fast 16 Prozent. Appelle Erdogans an die Türken, private Devisen- und Goldbestände in Lira zu tauschen, waren bereits in der Vergangenheit mehrfach weitgehend ungehört verhallt.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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