Wirtschaft

Sinkflug hält an Türkische Lira fällt auf Rekordtief

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Seit geraumer Zeit fällt der Kurs der Lira stark.

(Foto: picture alliance / Michael Kappe)

Ein hohes türkisches Leistungsbilanzdefizit und niedrige Realzinsen setzen die Landeswährung der Türkei weiter unter Druck. Erstmals muss für einen Euro mehr als fünf Lira bezahlt werden. Auch im Verhältnis zum US-Dollar wird ein neues Rekordtief erreicht.

Der Kurs der türkischen Landeswährung Lira fällt von einem Rekordtief zum nächsten. Erstmal überhaupt war ein Euro zwischenzeitlich in der Geschichte mehr als 5 Lira wert. Das Rekordtief der Lira liegt bei 5,0032 pro Euro. Am Freitagabend lag der Kurs noch bei 4,9694. Auch im Verhältnis zum US-Dollar erreichte die türkische Währung ein neues Rekordtief. Ein Dollar kostete bis zu 4,07 Lira.

Experten führen dies vor allem auf das hohe türkische Leistungsbilanzdefizit sowie die niedrigen Realzinsen, also die Zinsen abzüglich der Inflation, zurück. Obwohl sich das Wirtschaftswachstum zuletzt robust entwickelte, tritt die türkische Notenbank dem niedrigen Realzins nicht durch deutliche Zinserhöhungen entgegen. Sie folgt damit immer wieder geäußerten Forderungen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

In der Vorwoche hatten neben der hohen Inflation und dem Leistungsbilanzdefizit unter anderem auch politische Unsicherheiten für Verstimmung gesorgt. Der für Wirtschaft verantwortliche stellvertretende Ministerpräsident Mehmet Simsek habe seinen Rücktritt angeboten, Erdogan ihn aber vom Bleiben überzeugt, hieß es seinerzeit.

Seit geraumer Zeit fällt der Kurs der Lira stark. Händler sehen die türkische Währung aber auch im Einklang mit anderen Währungen aus Schwellenländern und mit dem russischen Rubel an Wert verlieren.

Quelle: ntv.de, jki/dpa/DJ

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