Wirtschaft

Talfahrt der Lira Türkische Währung fällt auf Rekordtief

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Sie fällt und fällt: die türkische Lira.

(Foto: REUTERS)

Während Präsident Erdogan die Führung der türkischen Zentralbank zuletzt mehrmals austauschte, steckt sein Land weiterhin inmitten einer hohen Inflation. Nun verliert die ohnehin schon taumelnde Währung Lira dramatisch an Boden.

Der Verfall der türkischen Währung Lira setzt sich fort. Am Freitagmorgen fiel ihr Kurs im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro jeweils auf Rekordtiefstände. Am Vormittag wurden für einen Dollar bis zu 8,5981 Lira gezahlt. Ein Euro kostete bis zu 10,4745 Lira.

Die Türkei befindet sich in einer Spirale aus einer vergleichsweise hohen Inflation und einer Währung, die immer stärker abwertet. Im April war die Inflationsrate auf etwas über 17 Prozent gestiegen. Zuletzt hatte die Abwertung der Lira wieder Fahrt aufgenommen, nachdem die Führung der Zentralbank entlassen worden war. Damit zerschlug sich die Hoffnung auf eine konsequente Inflationsbekämpfung.

Vor wenigen Tagen erst entließ Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Vizechef der türkischen Zentralbank, Oguzhan Özbas, aus dem Amt. Auf ihn folgt Semih Tümen, Wirtschaftsprofessor an der Universität in Ankara. Der Wechsel kam nur zwei Monate, nachdem Erdogan den Notenbankchef neuerlich ausgetauscht hatte. Als Auslöser galt die Linie des abgelösten Notenbankers Naci Agbal, der gegen die hohe Inflation und die schwache Lira mit deutlichen Leitzinsanhebungen vorgegangen war. Erdogan ist Gegner hoher Zinsen, die er entgegen der geltenden ökonomischen Lehre als Quelle von Inflation ansieht. Der aktuelle Notenbankchef Sahap Kavcioglu ist der dritte in zwei Jahren.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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