Wirtschaft

Jets bei Air Berlin im Einsatz Tuifly schnallt den Gürtel enger

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Geschäftlich über Wetlease-Verträge verbunden: Am Flughafen Hannover stehen zwei Maschinen von Air Berlin und Tuifly nebeneinander.

(Foto: picture alliance / Julian Strate)

Die Turbulenzen bei Air Berlin versetzen Deutschlands Luftfahrtbranche in Aufruhr: Die auf Urlaubsflüge spezialisierte Tui-Tochter Tuifly bereitet einen Sparplan vor, um etwaige Einnahmeausfälle aus den Jet-Vermietungen an Niki abzufangen.

Die ungewisse Zukunft der insolventen Air Berlin bringt im europäischen Flugreiseverkehr einiges durcheinander. Der Ferienflieger Tuifly will sich mit einem Sparpaket auf anstehende Veränderungen vorbereiten. Die Tochter von Europas größtem Reisekonzern Tui sei deshalb bereits in Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften, bestätigte ein Konzernsprecher.

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Einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", wonach Tuifly seine Kosten um mindestens 30 Millionen Euro senken muss, um wettbewerbsfähig zu werden, wollte der Tui-Sprecher aber weder bestätigen noch dementieren. "Die Verhandlungen laufen noch", sagte er lediglich.

Wetlease-Einsatz bei Air Berlin

Ein Problem könnten sich aus plötzlich wegbrechenden Mieteinnahmen ergeben, sollte Air Berlin tatsächlich nicht als Ganzes verkauft, sondern filetiert werden. Tuifly hat 14 Maschinen an die Air-Berlin-Tochter Niki vermietet, die nun im Bieterverfahren für Air Berlin einen neuen Eigentümer bekommt. Dieser dürfte den Leasingvertrag mit Tuifly neu aushandeln. Niki nutzt die Tuifly-Jets bislang im Rahmen eines sogenannten Wetlease-Vertrags, bei dem die Tuifly-Maschinen inklusive Crew, Wartung und Versicherung an Niki ausgeliehen werden.

Vor diesem Hintergrund sieht Tuifly offenbar Anlass zum Handeln. Das Unternehmen peile nun einen Zukunftspakt an, sagte der Tui-Sprecher. Einige Flugzeuge und Crews aus dem Wetlease könnten dann wieder für Tuifly fliegen. Dies gehe aber nur, "wenn wir wirtschaftlicher als heute werden". Der Konzern habe wiederholt deutlich gemacht, "dass etwas auf der Kostenseite gemacht werden muss für den Fall, dass Maschinen und Crew zurückkommen".

Millioneneinsparung bei den Piloten?

Branchenkenner gehen davon aus, dass vor allem die Piloten im Mittelpunkt der Sparmaßnahmen stehen dürften. Im Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" heißt es, Tuifly wolle den größten Teil der vorgesehenen Einsparungen von 20 Millionen Euro allein beim Personal bei den Piloten umsetzen. Dabei gehe es jedoch nicht um Gehaltskürzungen, sondern vor allem um mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten.

Deutschlands bislang zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin ist seit Mitte August insolvent. Interessenten konnten bis Ende voriger Woche Angebote für die Fluggesellschaft oder Teile davon einreichen. Offen ist, ob die Airline erhalten bleibt oder zerschlagen wird. Entscheidungen zum Zuschlag sollen am 25. September fallen.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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