Wirtschaft

Noch kein iPhone-Effekt Twitters Anzeigengeschäft brummt

imago0116794186h.jpg

In den USA musste Twitter einen Nutzerrückgang verzeichnen.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Analysten hatten erwartet, dass die neuen Tracking-Beschränkungen auf iPhones bei sozialen Medien ordentlich ins Anzeigen-Kontor schlagen würden. Davon ist bei Twitter aber noch nichts zu spüren - im Gegenteil.

Bei Twitter brummt das Anzeigengeschäft. Im zweiten Quartal legten die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 87 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar zu, wie das Netzwerk am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Konzernumsatz kletterte um 74 Prozent auf 1,19 Milliarden Dollar. Mit beiden Zahlen übertraf das Unternehmen aus San Francisco die Markterwartungen deutlich. Analysten hatten mit gut einer Milliarde Dollar gerechnet. Die Aktie sprang im nachbörslichen US-Handel zeitweise um rund acht Prozent nach oben.

Twitter
Twitter 52,96

Die positive Entwicklung führt Twitter auf bessere Zielgruppenorientierung beim Anzeigengeschäft zurück, Werbung könne inzwischen noch besser auf die einzelnen Nutzer ausgerichtet werden. Zudem hätten die verschärften Datenschutzregeln für das jüngste iPhone-Betriebssystem bisher weniger Auswirkungen auf die Anzeigenerlöse gehabt als erwartet. Analysten hatten erwartet, dass das Apple-Update zu weniger Daten für personalisierte Werbung führen könnte. Schließlich müssen iPhone-Nutzer jetzt dem sogenannten Tracking von Online-Aktivitäten zustimmen. Um die langfristigen Folgen der im April von Apple eingeführten Änderungen abzuschätzen, sei es aber noch zu früh, räumte Twitter ein.

Für die Monate April bis Juni meldete das Unternehmen 206 Millionen Nutzer, die Werbung erhalten und dem Konzern so Umsätze bescheren. In den USA musste das Unternehmen allerdings einen Rückgang von einer Million Nutzern im Vergleich zum Vorquartal hinnehmen. Twitter führt das auf ein geringeres Nachrichtenaufkommen auf dem Heimatmarkt zurück als in den drei Monaten zuvor. Twitter-Aktien stiegen nachbörslich um 7 Prozent.

Unterm Strich verdiente Twitter den Angaben zufolge 65,65 Millionen Dollar nach einem Verlust von 1,38 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, der damals hauptsächlich auf eine Steuerrückstellung von nahezu 1,1 Milliarden Dollar zurückging.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.