Wirtschaft

Verluste bei Apple und NvidiaUS-Anleger werfen Private-Equity-Aktien raus

19.02.2026, 23:56 Uhr
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Softwarewerte machen den Händlern an der Wall Street zunehmend Sorgen. (Foto: REUTERS)

Die Gewinne des Vortags sind schon wieder passé, an den US-Börsen geht es wieder nach unten. Nachrichten vom Vermögensverwalter Blue Owl Capital lösen Verläufe im Finanzsektor aus. Der Ölpreis zieht dagegen weiter an.

Die US-Börsen haben am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Belastet wurde der Markt vor allem durch Kursverluste bei Private-Equity-Firmen und Technologieaktien. Starke Ergebnisse aus dem Industriesektor begrenzten die Abgaben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende 0,55 Prozent tiefer bei 49.389 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,28 Prozent auf 6861 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,31 Prozent auf 22.682 Stellen nach.

Auslöser für die Verkäufe im Finanzsektor waren Nachrichten von Blue Owl Capital. Der Vermögensverwalter will Vermögenswerte im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar veräußern und Rücknahmen bei einem seiner Fonds einfrieren, um Schulden zu bedienen und Kapital zurückzuführen. Dies zog die Aktien der Konkurrenten Apollo Global Management, Ares, KKR und Carlyle mit nach unten. Investoren sorgen sich zunehmend um die Kreditqualität und das Engagement der Geldgeber bei Softwarewerten.

Auch die Tech-Schwergewichte Nvidia und Apple gaben nach und drückten auf die Stimmung. Bei KI-Werten wachsen die Zweifel, ob die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich zu den erhofften Umsatz- und Gewinnsteigerungen führen. Zudem fürchten Anleger, dass KI-Tools Geschäftsmodelle in Branchen von Software bis Logistik umkrempeln und den Wettbewerb verschärfen könnten.

"Der Markt versucht zu begreifen, welche Geschäftsbereiche durch KI materiell bedroht sind", sagte Keith Buchanan, Portfoliomanager bei Globalt Investments. "Wir befinden uns in einer Phase des Zyklus, in der man erkennt, dass nicht jeder gewinnen wird und nicht alle Erwartungen erfüllt werden."

Bei den Einzelwerten stand Walmart im Fokus. Die Aktien des Einzelhandelsriesen gaben 1,4 Prozent nach, nachdem der neue Konzernchef John Furner zum Amtsantritt zwar ein Aktienrückkaufprogramm über 30 Milliarden Dollar ankündigte, aber zugleich eine konservative Prognose für das Geschäftsjahr 2027 abgab. Gefragt waren dagegen Papiere des Landmaschinenherstellers Deere & Co (plus 11,6 Prozent) nach einer Anhebung der Jahresprognose.

Klarna stürzt ab

Der Energiesektor profitierte von steigenden Ölpreisen, die durch die Furcht vor einem militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran getrieben wurden. Der schwedische Online-Zahlungsdienstleister Klarna vergraulte die Anleger mit tiefroten Zahlen. Die an der Wall Street notierten Aktien brachen um mehr als 25 Prozent ein. Im Schlussquartal fiel ein Nettoverlust in Höhe von 26 Millionen Dollar an, der mehr als doppelt so hoch ausfiel wie von Analysten befürchtet.

Konjunkturseitig richtete sich der Blick auf den Arbeitsmarkt, der sich den wöchentlichen Daten zufolge stabilisierte. Mit Spannung warten Investoren nun auf die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Freitag. Das von der US-Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmaß könnte Aufschluss über den künftigen Zinskurs geben. Den Terminmarktdaten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni derzeit bei 50 Prozent.

Am Ölmarkt trieb die Furcht vor Versorgungsengpässen die Notierungen für Brent und WTI um jeweils mehr als zwei Prozent nach oben auf 71,80 beziehungsweise 66,73 Dollar je Fass. Damit setzten sie ihren Anstieg vom Mittwoch von mehr als vier Prozent fort. Von den steigenden Ölpreisen profitierten auch Aktien aus dem Energiesektor. Die größte Sorge der Ölanleger ist, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen könnte. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs werden über diese Wasserstraße abgewickelt.

Hoch im Kurs standen Edelmetalle. Gold verteuerte sich zwischenzeitlich um bis zu 0,9 Prozent auf 5021 Dollar je Feinunze, Silber wurde mit bis zu 79,49 Dollar je Feinunze drei Prozent höher gehandelt.

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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