Wirtschaft

Börsen-Boom und Hilfsgelder US-Banken im Corona-Rausch

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Goldman Sachs versechsfachte den Quartalsgewinn.

(Foto: REUTERS)

Die großen US-Börsen übertreffen im ersten Quartal die Gewinnerwartungen teils um ein Vielfaches. Grund sind die Hilfen in der Corona-Pandemie. Das viele Geld der Notenbanken und Staaten fließt in die Wirtschaft und in die Börsen. In jedem Fall ein lohnendes Geschäft für Bankhäuser.

Bei den Wall-Street-Banken herrscht zu Beginn des zweiten Pandemie-Jahrs Feierlaune. JP Morgan, Goldman Sachs und Wells Fargo steigerten ihre Gewinne im ersten Quartal um ein Vielfaches. Die Banken profitieren von den gigantischen Konjunkturhilfen der US-Regierung und dem Boom an den Börsen. "Wir glauben, dass die Wirtschaft das Potenzial für ein extrem robustes Wachstum über mehrere Jahre hinweg hat", sagte JP Morgan-Chef Jamie Dimon.

Der Branchenprimus JP Morgan verdiente mit 14,3 Milliarden Dollar fast das Fünffache des Vorjahreswerts. Goldman Sachs versechsfachte den Nettogewinn auf 6,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten bei beiden Banken mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet. JP Morgan und Goldman Sachs senkten jeweils ihre Risikovorsorge für faule Kredite, weil dank der Staatshilfen die befürchteten Kreditausfälle niedriger ausfielen.

Zu Jahresanfang 2020 hatten die Geldhäuser ihre Risikovorsorgen noch deutlich erhöht, weil sie wegen der Corona-Krise mit stark steigenden Ausfällen rechneten. Die billionenschweren Konjunkturmaßnahmen der US-Regierung um den neuen Präsidenten Joe Biden sorgen auch dafür, dass der private Konsum nicht so stark einbricht.

Gute Voraussetzungen für Deutsche Bank

Zugleich haben Unternehmen wegen der Krise mehr Beratungsbedarf und sind aktiver an den Kapitalmärkten. JP Morgan nahm im Investmentbanking mit 2,9 Milliarden Dollar so viel ein wie noch nie. Goldman Sachs steigerte die Erträge in der Sparte um knapp drei Viertel auf 3,8 Milliarden Dollar auf das höchste Niveau seit 2010. Auch die Deutsche Bank dürfte von dem Boom an den Kapitalmärkten profitiert haben, sie ist groß vertreten im Geschäft mit festverzinslichen Anleihen. Die Bank legt am 28. April ihre Ergebnisse des ersten Quartals vor.

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Wells Fargo reduzierte seine Risikovorsorge ebenfalls deutlich. Die viertgrößte US-Bank steigerte ihren Gewinn auf 4,74 Milliarden Dollar - mehr als das Siebenfache als vor Jahresfrist. Analysten hatten auch hier weniger erwartet. Die Erträge legten dagegen nur leicht zu. Wells Fargo hat kein so großes Investmentbanking wie die beiden anderen Institute.

Goldman Sachs kam in den vergangenen Monaten auch das wachsende Geschäft mit Börsenmänteln, den sogenannten SPACs, zugute. Diese "Special Purpose Acquisition Companies" sind börsennotierte Unternehmen ohne eigenes Geschäft, aber mit dem Ziel, ein anderes Unternehmen durch eine Fusion an die Börse zu bringen. Investmentbanken nehmen damit stattliche Gebühren ein. Zudem organisierte Goldman Sachs maßgeblich den Börsengang der Kryptowährungs-Plattform Coinbase, die mit knapp 50 Milliarden Dollar bewertet wird.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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