Wirtschaft

Impfkampagne und Hilfen US-Jobmarkt zieht die "Siebenmeilenstiefel" an

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In den USA wurden im März mehr als 900.000 neue Jobs geschaffen.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die größte Volkswirtschaft der Welt wirft wieder den Motor an. Im März werden mehr als 900.000 Jobs geschaffen. Und dank der Impf-Politik ist die Millionenmarke in naher Zukunft greifbar. Dadurch könnte die Politik der Fed korrigiert werden müssen. Bis zur Vollbeschäftigung aber wird es noch dauern.

In den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt dank der Impfkampagne und der Corona-Hilfen der Regierung im März stärker verbessert als erwartet. Das untermauert Erwartungen an einen Aufschwung in der größten Volkswirtschaft der Welt. 916.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft seien entstanden, teilte die Regierung in Washington mit. Das ist der größte Zuwachs seit August. Ökonomen hatten mit 647.000 Stellen gerechnet - nach einem Jobaufbau von revidiert 468.000 im Februar. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote im März betrug 6,0 Prozent nach 6,2 im Februar. In der Pandemie-Krise gingen in den USA zig Millionen Jobs verloren.

Das Infektionsgeschehen sei in den USA verhältnismäßig gut unter Kontrolle, das öffentliche Leben kehre zu einer Art Normalität zurück, was sich im Job-Aufbau niederschlage, schrieb Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Group in einer Analyse. Die US-Regierung wolle den Bürgern mit ihrer gewaltigen Impfkampagne einen normalen Sommer schenken.

Noch immer fehlen Millionen Jobs

"Damit ist jetzt schon klar, dass es über die Sommermonate hinweg zu einem massiven Stellenaufbau kommen wird. Der positive Trend am US-Arbeitsmarkt wird sich nicht nur fortsetzen, sondern beschleunigen. Auch monatliche Stellenzuwächse von deutlich über der Millionenmarke sind dann ohne weiteres möglich."

"Der Arbeitsmarkt hat Siebenmeilenstiefel angezogen und Erwartungen heftig übertroffen", kommentierte Alexander Krüger, Chefvolkswirt beim Bankhaus Lampe, die Daten. "Das zeigt, was möglich ist, wenn die Wirtschaft dabei ist, sich aus dem Corona-Würgegriff zu lösen. Nicht zuletzt aufgrund von Impferfolgen und Steuerschecks sind weitere Beschäftigungszuwächse in der Pipeline.

Trotz des starken Beschäftigungsanstiegs fehlen aber noch Millionen von Jobs, die durch die Corona-Pandemie verloren gegangen sind. Behalte der Arbeitsmarkt seine Siebenmeilenstiefel an, dürften Spekulationen auf einen früheren Ausstieg der Fed aus den Hilfen zunehmen, sagte er weiter.

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Allein im März wurden fast 1,7 Millionen Arbeitsplätze gestrichen. Ökonomen schätzen, dass es mindestens zwei Jahre dauern könnte, um die mehr als 22 Millionen Jobs, die in der Pandemie verloren gingen, wieder zu schaffen. Für das zweite und dritte Quartal erwarten Ökonomen ein durchschnittliches Beschäftigungswachstum von mindestens 700.000 Stellen pro Monat.

Mit der angestrebten Rückkehr zur Vollbeschäftigung ist Fed-Chef Jerome Powell zufolge dieses Jahr nicht mehr zu rechnen. Allerdings lässt die in Schwung gekommene Impfkampagne in den USA Hoffnung auf eine schrittweise konjunkturelle Erholung aufkommen. Nach den Worten von US-Präsident Joe Biden können 90 Prozent der Erwachsenen bis zum 19. April ihre Impfung erhalten. Für die restlichen zehn Prozent gelte dies bis zum 1. Mai.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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