Wirtschaft

Corona-Panik ist zurück US-Börsen erneut mit heftigen Verlusten

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Bereits am Montag hatte die Wall Street herbe Verluste verzeichnet.

(Foto: AP)

Untergangsstimmung herrscht an der Wall Street, die Kurse brechen erneut dramatisch ein. Der Dow Jones Index verliert zwischenzeitlich fast sieben Prozent an Wert. Vor allem die Corona-Pandemie sorgt bei Anlegern für Verunsicherung.

Erneut hat es an der Wall Street heftige Kursverluste wegen des Coronavirus gegeben. Der Dow Jones Industrial büßte zwischenzeitlich bis zu 6,8 Prozent auf 23.328 Punkte ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit Anfang vergangenen Jahres. Gegen Ende erholt sich der Index leicht und ging mit einem Minus von 5,9 Prozent auf 23.553 Punkten aus dem Handel.

Der marktbreite S&P 500 verlor 4,9 Prozent auf 2741 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 4,4 Prozent auf 8006 Zähler nach unten. Am Dienstag hatten die Marktbarometer noch jeweils etwa fünf Prozent zugelegt.

Am Montag hatte die Wall Street ihren schlimmsten Handelstag seit der Finanzkrise von 2008 erlebt - der Dow Jones verbuchte ein Minus von 7,8 Prozent. Mit den heutigen Verlusten wurden in den vergangenen drei Wochen die Kursgewinne von mehr als einem Jahr zunichtegemacht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus mittlerweile als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Tedros kritisierte fehlendes Handeln durch die Staaten weltweit. "Wir haben die Alarmglocken laut und deutlich geläutet", erklärte der WHO-Chef.

Korrektur nimmt "dramatische Ausmaße" an

Stratege Francois Trahan von der Bank UBS sagte: "Die Unsicherheit mit Blick auf die Gewinne der Unternehmen ist derzeit so groß, dass die Aktienkurse kaum Chancen auf Erholung haben". Schon vor dem Ausbruch der Epidemie seien die Aktienmärkte hoch bewertet und anfällig für eine Korrektur gewesen. Wegen des Virus habe diese Korrektur nun dramatische Ausmaße angenommen.

Auch die Enttäuschung über das bisherige Ausbleiben von Details zum geplanten US-Konjunkturprogramm drückte die Kurse zur Wochenmitte. US-Präsident Donald Trump hatte sich zwar mit US-Senatoren getroffen, um über Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie zu beraten. Er stellte auch Hilfen für die besonders betroffenen Branchen Kreuzfahrt und Luftfahrt in Aussicht. Konkrete Ankündigungen machte er aber zunächst nicht.

Offenbar habe der Präsident Probleme, seine Vorstellungen im Kongress, der die Hoheit über den Haushalt besitzt, durchzusetzen, sagte Anlagestratege Kenneth Broux von der Bank Societe Generale. "Wir wissen, dass Trump gerne große Zahlen präsentiert. Sie versuchen sicher, alles für eine große Ankündigung zusammenzukratzen." Der US-Präsident kündigte für die Nacht eine Erklärung zum Kampf gegen das Virus an.

Boeing-Aktien brechen massiv ein

Ein akuter Geldbedarf von Boeing verunsicherte Anleger und schickte die Aktien des US-Flugzeugbauers in den Keller - sie fielen um mehr als 18 Prozent. Einem Insider zufolge will das Unternehmen eine 13,8 Milliarden Dollar schwere Kreditlinie bis zum Freitag komplett ausschöpfen, um damit die Folgen der Coronavirus-Epidemie abzufedern. Mit den Problemen um den Unglücksflieger 737 MAX, der seit Monaten am Boden bleiben muss, habe das nichts zu tun.

Mit einem Minus von 4,9 Prozent gehörte auch Nike zu den größten Verlierern an der Wall Street. Die Papiere des Rivalen Under Armour büßten 3,1 Prozent ein. Zuvor hatten die deutschen Sportartikel-Hersteller Adidas und Puma vor Einbußen durch die Coronavirus-Epidemie gewarnt.

Unter Verkaufsdruck standen auch Finanzwerte. Die erwartete erneute Zinssenkung durch die Notenbank (Fed) ist ein Belastungsfaktor für die Gewinnmargen der Geldhäuser. Die Titel von Citigroup und JPMorgan ließen zwischen 4,7 und 8,6 Prozent Federn.

Ölpreise setzen Talfahrt fort

In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent tiefer auf 10.438 Punkten. Am Rohölmarkt gingen die Preise erneut in den Keller. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 4,6 Prozent auf 32,76 Dollar je Barrel (159 Liter).

Durch das Aus für die Förderbremse steuere der Weltmarkt auf ein Überangebot zu, sagte Analyst Han Tan vom Online-Broker FXTM. "Und das zu einer Zeit, in der die Nachfrage wegen der Coronavirus-Epidemie gedämpft wird."

Quelle: ntv.de, kst/dpa/rts

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