Gold mit neuem RekordUS-Börsen stagnieren - KI-Bilanzen im Blick

An der Wall Street spielt die Zinsentscheidung der Fed eine nachgeordnete Rolle. Die Anleger schauen stattdessen auf die Quartalszahlen von Tesla, Microsoft und Meta. Folglich ändert sich wenig.
Die US-Börsen haben sich vor mit Spannung erwarteten Quartalszahlen großer KI-Konzerne wenig verändert gezeigt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones trat am Mittwoch mit 49.016 Punkten auf der Stelle. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,2 Prozent auf 23.857 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 6978 Stellen. Im Verlauf hatte der S&P erstmals die Marke von 7000 Punkten übersprungen.
Die Zinsentscheidung der Fed spielte an der Wall Street eine nachgeordnete Rolle, nachdem die US-Notenbank wie erwartet den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent beließ. Auch die Pressekonferenz von Notenbankchef Jerome Powell lieferte keine nennenswerten Impulse. Der Aktienhändler Michael James von Rosenblatt Securities sagte, es sei egal, mit welcher Markterwartung man in die Pressekonferenz gegangen sei, "man ist mit dem gleichen Gefühl wieder herausgekommrn".
Anleger setzten ihre Hoffnung anschließend auf starke Zahlen der führenden Tech-Konzerne Meta, Microsoft und Tesla, die nach Börsenschluss ihre Quartalsberichte vorlegen sollten. Auftrieb im Handel gaben festere Chip-Aktien, die nach ermutigenden Zahlen von ASML in die Depots der Anleger wanderten. Der europäische Chipanlagenbauer schnitt im Quartal dank einer starken KI-getriebenen Nachfrage besser ab als erwartet. Papiere von Nvidia zogen um 1,6 Prozent an, Micron gewannen 6,1 Prozent, Advanced Micro Devices stiegen um 0,3 Prozent.
Eine anziehende Nachfrage machte Texas Instruments (TI) optimistisch. Der Spezialist für Analog-Chips übertraf mit seiner Prognose für das laufende Quartal die Markterwartungen. Die Aktien gewannen 9,9 Prozent.
Das stärkste Kundenwachstum im Breitband-Geschäft seit einem Jahrzehnt gab AT&T Rückenwind. Dank zusätzlicher Investitionen in das Glasfasernetz und den 5G-Mobilfunkstandard rechnet der Telekomkonzern AT&T in den kommenden Jahren mit einem beschleunigten Wachstum. Die AT&T-Aktien stiegen um 4,7 Prozent.
Pessimistische Aussagen von VF Corp zum Thema Zolleffekte vergraulten hingegen die Anleger. Die Aktien rutschten um 5,8 Prozent ab. Der Bekleidungskonzern mit Marken wie Vans, North Face und Timberland teilte mit, dass die Zölle "gerade erst anfangen, das Geschäft zu treffen".
Der Dollar stabilisierte sich nach seinen jüngsten Verlusten. Die US-Währung war zuletzt wegen der Aussicht auf weitere Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr unter Druck geraten. Zudem belasteten die Unsicherheit über Zölle, eine sprunghafte Politik einschließlich Drohungen gegen die Unabhängigkeit der Zentralbank sowie steigende Haushaltsdefizite das Vertrauen der Investoren in die Stabilität der US-Wirtschaft. Der Dollar-Index stieg um 0,5 Prozent auf 96,379 Punkte. Der Euro notierte 0,8 Prozent schwächer bei 1,1945 Dollar, nachdem er am Dienstag die Marke von 1,20 Dollar durchbrochen hatte.
Gold lag 3,8 Prozent höher auf 5382 Dollar je Feinunze, nachdem es zeitweilig mit 5390 Dollar einen neuen Rekord markiert hatte. "Die Rally bei den Edelmetallen hat inzwischen eine gewisse Eigendynamik entwickelt", sagte Peter Grant, leitender Metall-Stratege bei Zaner Metals.