Wirtschaft
Lidl will in den USA künftig auf kleinere Filialen setzen.
Lidl will in den USA künftig auf kleinere Filialen setzen.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 18. Januar 2018

Teure Läden, falsche Standorte: US-Expansion wird für Lidl zum Desaster

Fast 100 Läden wollte der Lebensmittel-Dicounter Lidl im vergangenen Jahr in den USA eröffnen - davon existiert bislang aber nicht einmal die Hälfte. Das Unternehmen räumt ein, eine falsche Strategie verfolgt zu haben, hat aber bereits Anpassungen vorgenommen.

Die Expansion des deutschen Lebensmittel-Discounters Lidl auf dem US-amerikanischen Markt entwickelt sich nach einem Bericht des "Manager Magazin" zum Desaster. Von den anvisierten 100 Filialen existiert demnach bislang nicht einmal die Hälfte. Nur an 47 Standorten soll Lidl vertreten sein – laut Klaus Gehrig, dem Leiter der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, rechnet das Unternehmen für dieses Jahr lediglich mit 20 neuen Läden.

In dem Bericht heißt es weiter, das junge Expansionsteam habe in den USA an vielen Stellen die falschen Standorte gewählt, auch seien zu große und zu teure Märkte gebaut worden. Schon gestern hatte Lidl laut "Handelsblatt" bekannt gegeben, in den USA statt auf große Glaspaläste an Ausfallstraßen nun eher auf kleinere Filialen zu setzen. Dabei suche man auch Standorte, an denen andere Händler seien, um mehr Laufkundschaft anzuziehen. Mit der Strategieanpassung wolle Lidl auch die Kosten besser in den Griff bekommen.

Im "Manager Magazin" heißt es, dass die ursprünglichen zwei Milliarden Euro für Investitionen und Anlaufverluste nicht ausreichten; die Umsätze seien enttäuschend. Sorgen bereitet der Schwarz-Gruppe laut Gehrig zudem die Lidl-Schwester Kaufland, die das Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Verlust abschließen wird. Das Wachstum der Schwarz-Gruppe werde deswegen im Vergleich zur Vergangenheit geringer ausfallen.

Auch Konkurrent Aldi verfolgt eine aggressive Strategie für den US-Markt - und ist damit wesentlich erfolgreicher. In den kommenden fünf Jahren sollen 900 neue Läden eröffnet und Hunderte weitere modernisiert werden. Die Gesamtzahl der US-Filialen von Aldi würde dann auf 2500 steigen. Durch die Expansion ist der Discounter auf dem Weg, zur drittgrößten Lebensmittelkette der USA aufzusteigen.

Quelle: n-tv.de