Wirtschaft

Kommt der große Fed-Zinssprung? US-Inflation so hoch wie seit 40 Jahren nicht

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Auf Jahressicht verteuerten sich die Lebenshaltungskosten um 7,5 Prozent in den USA.

(Foto: picture alliance / AA)

Die Verbraucherpreise in den USA haben zu Jahresbeginn noch einmal kräftig zugelegt. Auf Jahressicht fiel das Plus so groß aus, wie seit 1982 nicht. Für Ökonomen ist klar - es ist kein vorübergehendes Problem mehr. Nun richtet sich der Fokus noch mehr auf die Notenbank.

Der Preisauftrieb in den USA hat sich im Januar stärker beschleunigt als erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen auf Jahressicht um 7,5 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist die höchste Inflationsrate seit dem Jahr 1982. Analysten hatten mit 7,3 Prozent gerechnet. Im Dezember hatte sie noch bei 7,0 Prozent gelegen. Die Inflation liegt damit noch stärker über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent.

Die Fed hat für März eine erste Leitzinserhöhung in der Pandemie signalisiert. Sie gerät nun immer mehr unter Zugzwang. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Januar um 0,6 Prozent. Hier war ein Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert worden.

"Von einem nachlassenden Inflationsdruck kann also keine Rede sein", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. So stieg auch die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise rausgerechnet werden, stärker als erwartet. Die Jahresrate kletterte von 5,5 Prozent im Vormonat auf 6,0 Prozent. Erwartet wurden 5,9 Prozent.

Antreiber der Inflation waren im Januar insbesondere Lebensmittel, Strom und Mieten; die 2021 stark gestiegenen Benzinpreise hingegen sanken. Experten verweisen neben den weiterhin andauernden Lieferengpässen auch auf den engen Arbeitsmarkt. Dies führt zu einem wachsenden Lohndruck. "Die ursprünglich einmal gehegte Erwartung, dass sich der durch die Verspannungen der Corona-Krise bewirkte Preisschub rasch wieder verflüchtigen würde, hat sich schon lange erledigt", kommentierten die Commerzbank-Analysten. Bei immer mehr Kategorien würden die Preise steigen. Dies erhöhe das Risiko, dass sich die Inflation bei zu hohen Werten verfestige.

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An den Finanzmärkten sind zuletzt die Zinserwartungen deutlich gestiegen. Experten zufolge könnte die US-Notenbank den Leitzins im März sogar mit einem großen Schritt um 0,5 Prozentpunkte anheben.

Die Fed hatte die Leitzinsen im März 2020 angesichts der verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft auf zwischen 0,00 und 0,25 Prozent abgesenkt. Außerdem wurde zur Stützung der Konjunktur ein massives Programm zum Kauf von Anleihen im Umfang von 120 Milliarden Dollar pro Monat aufgelegt. Im vergangenen November begann die Fed dann damit, dieses Anleiheprogramm zurückzufahren.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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