Wirtschaft

Erster Schritt schon im März? US-Notenbank kündigt baldige Leitzinserhöhung an

Die Zeit der Nullzinspolitik ist vorbei. Die US-amerikanische Notenbank teilt nach ihrer jüngsten Sitzung zur Geldpolitik mit, sie werde die Zinsen "bald" erhöhen. Experten rechnen damit, dass der Schritt im März erfolgt.

Die US-Notenbank Fed steuert auf eine Erhöhung der Leitzinsen im März zu. Fed-Chef Jerome Powell sagte am Abend, der zuständige Ausschuss der Notenbank sei "geneigt", die Leitzinsen beim nächsten Treffen des Gremiums im März anzuheben, wenn "die Bedingungen dafür angemessen sind". Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve wird das nächste Mal regulär am 15. und 16. März zusammenkommen.

Am Mittwoch hatte das Fed-Gremium die wegen der Corona-Pandemie auf Nullniveau abgesenkten Leitzinsen unverändert gelassen, zugleich in ihrer Mitteilung aber eine baldige Zinserhöhung angekündigt. Angesichts der hohen Inflationsrate und der guten Lage am Arbeitsmarkt werde es "bald angemessen" sein, die Leitzinsen zu erhöhen.

Auch Analysten erwarten, dass die erste Erhöhung seit Beginn der Corona-Pandemie bereits bei der nächsten Sitzung am 16. März beschlossen wird. Sie vermuten weiterhin, dass die Fed den Leitzins in einem ersten Schritt um 0,25 Prozentpunkte erhöhen wird und bis zum Jahresende zwei oder drei weitere Male nachlegen könnte.

Voraussetzung für die Erhöhung ist der Stopp des in der Pandemie eingeführten Wertpapierkaufprogramms, dessen baldiges Ende ebenfalls von der Fed besiegelt wurde. Das monatliche Abbautempo bei den Zukäufen hat sich ab Mitte Januar bereits auf 30 Milliarden Dollar verdoppelt. Anfang März soll dieses als Tapering bekannte Manöver abgeschlossen werden, womit der Weg für eine Zinserhöhung frei ist.

Beruhigende Worte erwartet

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Die Fed hatte die Leitzinsen im März 2020 angesichts der verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft auf zwischen Null und 0,25 Prozent abgesenkt. Außerdem wurde zur Stützung der Konjunktur ein massives Programm zum Kauf von Anleihen aufgelegt.

An den Finanzmärkten waren beruhigende Worte der US-Notenbank erwartet worden. "Die Fed kann mit Aussagen zu einer restriktiveren Geldpolitik nichts gewinnen. Ein Ausverkauf an den Aktienmärkten wird ihr nicht dabei helfen, die Inflation in den Griff zu bekommen", prophezeite Analystin Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts

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