Warnung vor PanikkäufenUS-Zollstreit droht Klopapier zu verteuern

Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada trifft den stillsten Ort des Alltags: In den USA wächst die Sorge vor teurerem Klopapier. Hersteller warnen vor Hamsterkäufen – gerade sie könnten die Versorgung mit den begehrten Rollen gefährden.
Vor dem Hintergrund drohender Preissteigerungen beim Klopapier hat ein US-Verband Verbraucher zu Zurückhaltung beim Kauf der Rollen für das stille Örtchen gemahnt. "Es ist wichtig, dass Familien und Haushalte verstehen, dass kein Grund für Panikkäufe besteht", teilte eine Sprecherin des Branchenverbands der US-Hersteller von Klopapier und anderen Papierprodukten AF&PA mit.
Lieferketten für Hygienepapier in den USA seien auf Vorhersehbarkeit und Effizienz ausgelegt. "Plötzliche Nachfragespitzen können ein System, das darauf ausgerichtet ist, den normalen Haushaltsbedarf zuverlässig zu decken, unnötig belasten."
Im eskalierenden Handelsstreit hatte Kanada in Reaktion auf US-Strafzölle Gegenzölle auf eine breite Produktpalette ab dem 8. September angekündigt. Laut kanadischen Regierungsangaben entfallen dabei auch 25 bis 50 Prozent auf Klopapier und Papierprodukte für Klopapier.
USA sind wohl Klopapier-Weltmeister
Der Verband hatte daraufhin mitgeteilt, die Gegenzölle würden "das Risiko bergen, Unsicherheit und Kosten für Hersteller, Arbeitnehmer, Kunden und Gemeinden beiderseits der Grenze erhöhen". Eskalierende Zollstreitigkeiten zwischen den USA und Kanada würden "die grenzüberschreitenden Lieferketten stören, die es Werken und Herstellern ermöglichen zu investieren, wettbewerbsfähig zu bleiben und lebenswichtige Produkte zu liefern, auf die die Menschen täglich angewiesen sind".
Aktuell kostet eine Rolle Klopapier in den USA etwa einen Dollar. Die Amerikaner gelten als besonders eifrige Klopapiernutzer. Nach Berechnungen der Statistik-Plattform Statista von 2018 lag der Verbrauch bei durchschnittlich 141 Rollen pro Kopf und Jahr - mehr als in jedem anderen der damals untersuchten Länder.