Wirtschaft

Wirtschaft leidet merklich USA schaden sich mit Einreisestopp selbst

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Unter den Beschränkungen leiden nicht nur die vielen in den USA aktiven deutschen Unternehmen mit ihren Beschäftigten.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die USA verweigern Europäern und anderen Ausländern wegen des Coronavirus weiter die Einreise ins Land. Das hat nicht nur unmittelbare Folgen für Reisende, sondern auch für die Wirtschaft des Landes. Der Branchenverband DIHK geht von Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe aus.

Die deutsche Wirtschaft befürchtet Kosten in Milliardenhöhe auf beiden Seiten des Atlantiks durch die von den USA verlängerten Einreisebeschränkungen für Europäer. Damit schadeten sich die Vereinigten Staaten wirtschaftlich selbst und auch andere, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, in Berlin. "Verzögerungen in der Produktion, Lieferung und Durchführung strategischer Projekte behindern die beherzte Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität."

Unter den Beschränkungen litten nicht nur die vielen in den USA aktiven deutschen Unternehmen mit ihren Beschäftigten, sondern auch alle im Produktionsverbund beteiligten Akteure vor Ort - etwa Lieferanten, Partner und Kunden. Deutsche Unternehmen sind dem BDI zufolge mit 860.000 Jobs der drittgrößte ausländische Arbeitgeber in den USA. Zudem sind die USA der wichtigste Abnehmer von Waren "Made in Germany". Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit Kosten in Milliardenhöhe.

"Durch den 'Travel Ban' und dessen angekündigte Verlängerung entsteht den deutschen Unternehmen in den USA ein Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe", sagte deren Außenwirtschaftschef, Volker Treier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das umfasst die gestrichenen und aufgeschobenen Investitionen sowie die Einbußen beim Export von Deutschland in die USA - insbesondere beim Maschinen- und Anlagenbau."

Reisebranche spekuliert auf September

Die USA verweigern Europäern und anderen Ausländern wegen des Coronavirus weiter die Einreise ins Land. Gründe seien die hoch ansteckende Delta-Variante und die steigenden Infektionen in den USA, sagte Präsidialamtssprecherin Jen Psaki. Wie lange das Einreiseverbot voraussichtlich noch gilt, ließ sie offen. In der Reisebranche hieß es, man müsse möglicherweise bis September oder noch länger auf eine Aufhebung warten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich Mitte Juli bei ihrem Besuch bei US-Präsident Joe Biden für eine Aufhebung starkgemacht. "Deutsche Unternehmen, insbesondere mit Tochtergesellschaften in den USA, haben derzeit große Probleme, ihre Mitarbeiter in die USA zu entsenden oder ihre Rückkehr dorthin sicherzustellen, obwohl die EU ihre Beschränkungen für US-Bürger aufgehoben hat", sagte Lang. Die Biden-Regierung müsse die Einreisebeschränkungen mit den erforderlichen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen so bald wie möglich zurücknehmen, um die eigene Wirtschaft nicht zusätzlich in der Corona-Krise zu belasten.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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