Bedenken ausgeräumtUSA senken Megazölle auf Nudeln drastisch

Ursprünglich haben die USA im Oktober einen zusätzlichen Zoll von 92 Prozent für 13 italienische Pasta-Unternehmen angekündigt. Nach reiflicher Überprüfung rudert das US-Handelsministerium jetzt zurück.
Die USA haben die geplanten Strafzölle für mehrere italienische Hersteller von Nudelprodukten nach einer vorläufigen Überprüfung deutlich gesenkt. Dies teilte das italienische Außenministerium mit. Ursprünglich hatten die USA im Oktober einen zusätzlichen Zoll von 92 Prozent für 13 italienische Pasta-Unternehmen angekündigt - zuzüglich zu den Zöllen von 15 Prozent für die meisten Importe aus der EU.
Laut der Mitteilung des italienischen Außenministeriums wurde der Zusatzzoll für den Pasta-Hersteller La Molisana nun auf 2,26 Prozent gesenkt. Für das Unternehmen Garofalo wurde der Satz auf 13,98 Prozent festgelegt. Elf weitere Produzenten, die nicht einzeln geprüft wurden, müssen mit einem Zoll von 9,09 Prozent rechnen. Die USA hatten den italienischen Pasta-Herstellern vorgeworfen, ihre Produkte auf dem US-Markt zu unfairen Niedrigpreisen zu verkaufen.
Ein Vertreter des US-Handelsministeriums erklärte nun, eine aktualisierte Analyse habe gezeigt, dass die italienischen Exporteure viele der in einer ersten US-Bewertung geäußerten Bedenken ausgeräumt hätten. Die endgültige Entscheidung über die neuen US-Zölle für Nudelprodukte wird für den 12. März erwartet. Italienische Pasta-Hersteller exportieren jährlich Nudelprodukte im Wert von fast 800 Millionen Dollar in die USA.
Die USA sind mit Exporten im Wert von fast 800 Millionen Dollar einer der wichtigsten Absatzmärkte für italienische Pasta. Insgesamt beliefen sich die italienischen Nudelexporte Daten der nationalen Statistikbehörde Istat zufolge im Jahr 2024 auf einen Wert von mehr als vier Milliarden Euro
Antidumping-Untersuchungen gegen italienische Nudelhersteller sind dem "Wall Street Journal" zufolge nichts Neues. In den 90er Jahren habe das Handelsministerium festgestellt, dass viele Importeure die USA mit Nudeln zu Preisen unterhalb der normalen Marktpreise überschwemmten. Seitdem haben amerikanische Nudelhersteller regelmäßig Antidumping-Beschwerden eingereicht. Bei Überprüfungen durch das Handelsministerium wurden oft ein oder mehrere italienische Unternehmen für schuldig befunden. Die Strafen waren jedoch in der Regel gering. Die italienischen Hersteller nahmen dies hin und betrachteten es als Teil der Kosten für ihre Geschäftstätigkeit in den USA.