Wirtschaft

Wert von drei Milliarden Dollar USA stornieren Order von Beatmungsgeräten

135000518.jpg

Die USA haben offenbar genug Beatmungsgeräte im Kampf gegen Covid-19.

(Foto: picture alliance/dpa)

Noch vor wenigen Monaten zieht die US-Regierung alle Register, um an Beatmungsgeräte zu kommen. Dafür gibt Präsident Trump bei mehreren Firmen Großbestellungen auf. Die will er jetzt nicht mehr haben. Die betroffenen Zulieferer, darunter Philips, verlieren dadurch Einnahmen in Milliardenhöhe.

Die USA machen eine Kehrtwende bei Beatmungsgeräten. Wie die Regierung mitteilte, hat sie mittlerweile so viele Beatmungsgeräte angesammelt, dass sie einen Teil der Orders im Gesamtvolumen 3 Milliarden US-Dollar storniert. Davon ist unter anderem der niederländische Konzern Philips betroffen.

Die strategische Reserve der USA liegt aktuell bei rund 120.000 Stück. Bis Mitte August hatte die Regierung mehr als 15.000 Geräte an Staaten und Territorien verteilt. Außerdem hat sie welche als Spende etwa an Länder wie Ruanda und Südafrika abgegeben.

Philips
Philips 45,16

Im Frühling hatte die Regierung alle Register gezogen, um an Beatmungsgeräte zu kommen. So wurden beispielsweise Ford und General Motors dazu verpflichtet, Beatmungsgeräte statt Autos zu bauen. Während Präsident Donald Trump im April sagte, die USA seien "die Könige der Beatmungsgeräte", warfen ihm die oppositionellen Demokraten vor, zu zögerlich gehandelt zu haben.

Unter anderem wird ein Deal über 40.000 Beatmungsgeräte für 640 Millionen Dollar mit Philips vorzeitig beendet. Ein Sprecher des niederländischen Konzerns sagte, man habe bislang 12.300 Geräte ausgeliefert. Über Vertragsstrafen für die vorzeitige Beendigung werde noch verhandelt, sagte eine Sprecherin der zuständigen Behörde. Auch die Unternehmen Vyaire Medical und Hamilton Medical sind betroffen.

Die Corona-Pandemie hatte dem niederländischen Medizintechnikkonzern Philips einen Auftragsboom beschert. Weil Krankenhäuser medizinische Ausrüstung wie Computertomografen und Beatmungsgeräte bestellten, legte der Auftragseingang im abgelaufenen zweiten Quartal um 27 Prozent zu. Vorstandschef Frans van Houten ging deshalb trotz eines Gewinneinbruchs von einem Zuwachs in der zweiten Jahreshälfte aus.

Quelle: ntv.de, vmi/dj