Wirtschaft

Auf Schultern der Verbraucher USA überraschen mit Wachstumstempo

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Die Investitionen der Unternehmen sind deutlich gesunken.

(Foto: imago images/Levine-Roberts)

Die von den USA angezettelten Handelskonflikte schlagen so langsam auch auf das Wirtschaftswachstum des Landes durch. Doch der florierende Jobmarkt und die ungebrochene Konsumlust der Bürger halten die Konjunktur am Laufen.

Die US-Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo im Sommer überraschend hochgehalten. Zwischen Juli und September stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,9 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Volkswirte hatten nur 1,6 Prozent erwartet. Im Frühjahr war ein Plus von 2,0 Prozent herausgesprungen.

Trotz des von US-Präsident Donald Trump entfachten Zollkonflikts mit China stiegen die Exporte im dritten Quartal um 0,7 Prozent. Und der private Konsum, der für zwei Drittel des BIP steht, legte um 2,9 Prozent zu. Doch im Frühjahr war hier das Plus mit 4,6 Prozent noch wesentlich höher ausgefallen. Zugleich verringerten die Firmen ihre Investitionen um 3,0 Prozent - der deutlichste Rückgang binnen dreieinhalb Jahren.

Die US-Notenbank Fed um ihren Chef Jerome Powell hat angesichts der durch den Zollkonflikt ausgelösten Konjunkturrisiken für den Abend eine weitere Zinssenkung signalisiert. Experten erwarten eine Kappung um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent.

Für Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank wird mit den kleiner werdenden Zuwachsraten deutlich, dass die USA nun selbst vom Handelskrieg betroffen sind. Dies werde vor allem beim Blick auf die Investitionen deutlich. Der robuste Konsum wird im Sog des Stellenaufbaus auch in den kommenden Quartalen der wichtigste Treiber des US-Wachstums bleiben.

Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe meint ebenso, dass die Konsumenten "den historisch bislang längsten US-Aufschwung aber wohl weiter am Leben halten" werden. Dennoch gebe es keinen Grund "für große konjunkturelle Zuversicht".

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ