Wirtschaft

Dreistelliger Milliardenbetrag USA verbuchen höchstes Defizit seit 2012

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Rüstungsgüter sind teuer. Das bekommen die USA momentan zu spüren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Rechnung geht nicht auf: Obwohl die USA im nun abgeschlossenen Haushaltsjahr mehr einnehmen, reißen die gestiegenen Ausgaben etwa für die Verteidigung ein riesiges Loch in die Staatskasse. Der Fehlbetrag ist so groß wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Die US-Regierung hat das abgelaufene Fiskaljahr 2018/19 mit dem höchsten Haushaltsdefizit seit sieben Jahren abgeschlossen. Trotz steigender Steuereinnahmen dank wachsender Wirtschaft und boomendem Arbeitsmarkt legte der Fehlbetrag in den zwölf Monaten bis Ende September auf 984 Milliarden Dollar von 779 Milliarden Dollar im Jahr zuvor zu, wie das Finanzministerium in Washington mitteilte.

Die Defizitquote zum Bruttoinlandsprodukt stieg damit auf 4,6 von 3,8 Prozent. Die um vier Prozent höheren Einnahmen konnten die um 8,2 Prozent gekletterten Ausgaben nicht wettmachen. Hintergrund sind unter anderem die Steuerreform von Präsident Donald Trump und seinen Republikanern, die zu geringeren Einnahmen aus der Unternehmensteuer führten, und höhere Militärausgaben.

Das Finanzministerium erklärte, die Ausgaben für Soziales, Verteidigung und Schuldendienst seien angestiegen. Die Staatsschulden beliefen sich nunmehr auf 16,8 Billionen US-Dollar, hieß es weiter. Es ist das zweite volle Haushaltsjahr unter Trump, der sein Amt in Zeiten florierender Wirtschaft übernommen hatte.

Das Defizit hatte 2009 einen Höchststand von 1,4 Billionen Dollar erreicht, als die Regierung unter Trumps demokratischem Vorgänger Barack Obama das Bankensystem in der globalen Finanzkrise mit Staatshilfen vor dem Kollaps bewahrte und die Wirtschaft stützte. Obama baute das Defizit dann bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit 2016 wieder auf 585 Milliarden Dollar ab. Er wurde damals allerdings scharf von den Republikanern kritisiert, die einen stärkeren Abbau gefordert hatten.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/dpa