Wirtschaft

Schlägt Amazon zu? Übernahmegerüchte befeuern Peloton-Kurs

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Die Schnäppchenjäger kommen: Der Marktwert von Peloton beträgt aktuell noch rund 8 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 50 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)

Ein Bericht über ein angebliches Kaufinteresse des Online-Riesen Amazon lässt den Aktienkurs des Fitnessgeräte-Spezialisten Peloton in die Höhe schießen. Der Corona-Gewinner hat in den vergangenen Monaten an der Börse kräftig Federn gelassen. Es soll weitere Interessenten geben.

Das US-Fitnessunternehmen Peloton zieht das verstärkte Interesse von Finanzinvestoren auf sich, darunter auch Amazon, berichtet das "Wall Street Journal" mit Verweis auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Aktien des Unternehmens seien in jüngster Vergangenheit stark gefallen und ein aktivistischer Investor dränge das Unternehmen zudem, einen Verkauf zu prüfen. Die Peloton-Aktie schoss im nachbörslichen Handel am Freitag zeitweise um 40 Prozent nach oben.

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Amazon habe mit Beratern über ein mögliches Geschäft gesprochen, berichten die Insider. Es gebe allerdings keine Garantie dafür, dass Amazon ein Gebot unterbreiten werde oder Peloton dafür offen wäre. Auch andere potenzielle Interessenten seien im Gespräch, aber ein Abschluss stehe nicht unmittelbar bevor, und es werde möglicherweise auch nicht dazu kommen.

Peloton-Hype ist vorbei

Sollte es zu einer Transaktion kommen, könnte diese angesichts des Marktwerts von Peloton von aktuell rund 8 Milliarden Dollar - der gegenüber dem Höchststand von rund 50 Milliarden Dollar vor einem Jahr stark gesunken ist - von großer Bedeutung sein.

Peloton war ein Gewinner der Pandemie, da die Kunden zu Hause Trainingsgeräte bestellten, die mit virtuellen Kursen gekoppelt sind. Nach einer Verlangsamung des einst rasanten Wachstums schlossen die Aktien des Unternehmens am Freitag bei 24,60 Dollar und damit unter dem Preis des Börsengangs vom September 2019 bei 29 Dollar.

Trotz der Probleme von Peloton würde eine Verbindung mit Amazon oder einem anderen Unternehmen dem Fitness-Unternehmen Zugang zu Millionen von Nutzern und deren Daten verschaffen und dem aufstrebenden Markt für Gesundheits- und Wellness-Technologie einen Schub verleihen. Der Wunsch, sich auf diesem Markt zu positionieren, hatte Oracle im Dezember dazu veranlasst, für 28,3 Milliarden Dollar den IT-Gesundheitsversorger Cerner zu übernehmen.

Peloton-Abo mit Prime koppeln?

Es gebe bereits mehrere potenzielle Verbindungen zwischen Peloton und Amazons bestehenden Geschäftsbereichen, wie dem Flotten- und Logistikbereich, die dem Fitness-Unternehmen helfen könnten, Probleme in der Lieferkette zu lösen, mit denen es und andere Unternehmen infolge der Pandemie zu kämpfen hätten, heißt es weiter. Ein Peloton-Abonnement könnte theoretisch auch mit Amazon Prime gebündelt werden, das seinen Nutzern gegen eine monatliche oder jährliche Gebühr unter anderem einen kostenlosen Versand und einen Streaming-Dienst biete. Amazon habe die Dienste anderer Unternehmen, die es übernommen habe, gebündelt, um den Kunden einen zusätzlichen Anreiz zu bieten.

Amazon sei in den vergangenen Jahren verstärkt in den Bereich der vernetzten Gesundheit vorgedrungen. Sollte Amazon beschließen, Peloton zu übernehmen, verfüge das Unternehmen über die nötige Liquidität. Am Donnerstag hatte Amazon einen Quartalsgewinn von mehr als 14 Milliarden Dollar vermeldet, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Blackwells Capital LLC drängt den Vorstand von Peloton, Chief Executive John Foley zu entlassen und einen Verkauf anzustreben. Blackwells argumentiert, dass das Unternehmen aktuell schwächer ist als vor der Pandemie und glaubt, dass Peloton als Teil eines größeren Konzerns besser positioniert wäre. Das Investmentunternehmen erklärte in einem Schreiben, das vergangene Woche veröffentlicht wurde, dass Peloton ein attraktives Übernahmeziel für größere Technologie- oder Fitnessunternehmen sein könnte. Peloton hatte nicht öffentlich auf die Aufforderung von Blackwells reagiert, einen Verkauf zu prüfen.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ

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