Wirtschaft

Gewerkschaft fordert Mediation Ufo und Lufthansa wollen wieder reden

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Der Streit zwischen Ufo und Lufthansa hält seit Monaten an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Schlichtung zwischen Ufo und der Lufthansa steht immer noch aus. Weitere Streiks sind noch nicht vom Tisch. Jetzt wollen sich beide Parteien wieder zu Gesprächen zusammensetzen. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter setzt dabei auf eine Karte: Mediation.

Nach der jüngsten Streikrunde setzt die Flugbegleitergewerkschaft Ufo im Tarifkonflikt mit der Lufthansa vorerst wieder auf Gespräche. Nach dem Willen der Gewerkschaft soll bei einem Termin am 16. Januar eine umfassende Mediation zu verschiedenen Themen angestrebt werden. Solange eine solche Mediation läuft, will Ufo "in den kommenden Wochen (...) freiwillig auf Streiks verzichten", wie die Gewerkschaft in einer Mitteilung an ihre Mitglieder ankündigte.

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Die Lufthansa erklärte, sie strebe nach wie vor mit der Ufo eine Schlichtung über die tariflichen Fragen für die rund 22.000 Kabinenmitarbeiter an. Andere grundsätzliche Themen sollten in getrennten Verfahren behandelt werden.

In der vergangenen Woche hatten die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings drei Tage lang die Arbeit niedergelegt, um für ihre Forderungen nach neuen Teilzeitregeln Druck zu machen. Dabei waren etwa 200 Flüge ausgefallen. Zuvor hatte es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Sowohl bei der Haupt-Airline Lufthansa als auch den Töchtern in Deutschland sind etliche Tarifverträge zu verhandeln. Dem stand entgegen, dass die Lufthansa nach Konflikten in der Gewerkschaft deren Tariffähigkeit bestritten hatte.

Ende vergangenen Jahres erklärten sich Ufo und Lufthansa dann zu einer Schlichtung bereit. Ufo benannte den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck als Vermittler, die Lufthansa den Ex-Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise. Auch über das Schlichtungsverfahren kam es dann aber zum Streit. Nach Ansicht der Ufo wäre eine Schlichtung zum jetzigen Zeitpunkt zu eng begrenzt auf einzelne Tarifthemen. Die Gewerkschaft verlangt darüber hinaus unter anderem eine Rücknahme von Kündigungen und Klagen gegen frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder sowie eine Aufarbeitung des Dauerkonflikts.

Außerdem will die Gewerkschaft erreichen, dass eigenständige Lösungen für die Lufthansa-Töchter ermöglicht werden. Auf einer solchen Basis könnte nach Ansicht von Ufo "danach eine Tarifschlichtung sinnvoll durchgeführt werden". Ufo erklärte, das Gespräch in der kommenden Woche sei der vorerst letzte Versuch einer Verhandlungslösung. Sollte er scheitern, seien unbefristete Streiks möglich.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa/rts