Wirtschaft

Brexit sorgt für Verunsicherung Unternehmen fliehen in die Niederlande

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Durch den Umzug der Firmen sollen bereits 2500 Arbeitsplätze geschaffen worden sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während der britische Premier Johnson noch mit der EU um die Bedingungen des Brexit ringt, freuen sich die Niederlande: Dutzende Unternehmen verlegten bereits ihren Standort aus Großbritannien, Hunderte könnten folgen. Mit ihnen wandern auch Investitionen in Millionenhöhe auf das europäische Festland.

Wegen des bevorstehenden Brexit sind bereits fast 100 internationale Unternehmen von Großbritannien in die Niederlande umgezogen. 325 weitere Firmen hätten Interesse, ihren Standort in die Niederlande zu verlegen, teilte die niederländische Behörde für ausländische Investitionen (NFIA) mit. Die "wachsende Unsicherheit im Vereinigten Königreich" und die Aussicht auf einen ungeregelten EU-Austritt führten bei den Unternehmen zu einer "gravierenden Unruhe", erklärte NFIA-Chef Jeroen Nijland.

Bei vielen der an einem Umzug interessierten Unternehmen handelt es sich laut NFIA um britische, aber auch um nordamerikanische, asiatische und australische Firmen. Die Behörde sieht die Niederlande vor allem mit Deutschland, Frankreich, Irland und Belgien in Konkurrenz um die Ansiedlung der Unternehmen.

Laut Berichten des Senders NOS wurden durch die Verlegung der ersten 62 Firmen von Großbritannien in die Niederlande 2500 Arbeitsplätze geschaffen. Die Firmen brachten den Niederlanden demnach zudem Investitionen in Höhe von 310 Millionen Euro ein.

Der britische EU-Austritt sei für die Niederlande weiterhin eine schlechte Nachricht, "aber durch den Brexit werden mehr Unternehmen unser Land" als Standort für eine Niederlassung wählen, erklärte die NFIA.

Sitz muss in EU-Mitgliedstaat sein

Neben privaten Unternehmen wie dem Informationsdienstleister Bloomberg und der europäischen Niederlassung des US-Senders Discovery Channel hat auch die Europäische Arzneimittelagentur ihren Sitz von London nach Amsterdam verlegt. Sie muss aus rechtlichen Gründen in einem EU-Mitgliedstaat ansässig sein.

Großbritannien soll die EU am 31. Oktober verlassen. Premierminister Boris Johnson hat angekündigt, sein Land zu diesem Termin notfalls auch ohne Austrittsabkommen mit Brüssel aus der EU zu führen. Im Falle eines ungeregelten Brexit werden massive Auswirkungen auf Handel und Verkehr befürchtet.

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Quelle: n-tv.de, ibu/AFP

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