"EU zeigt Handlungsfähigkeit"VCI: Mercosur-Einigung Hoffnung für europäische Industrie

Die EU-Staaten haben ein Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Ländern vereinbart. Die deutsche Wirtschaft zeigt sich erfreut. Nach Ansicht des Industrieverbandes BDI ist das Abkommen aber nur ein erster Schritt.
Die deutsche Wirtschaft reagiert erleichtert auf die Einigung der EU-Staaten auf ein Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten. "Die Verabschiedung von Mercosur ist ein wichtiger Erfolg für die deutsche und europäische Wirtschaft", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Tanja Gönner, in Berlin. "Die Europäische Union zeigt Handlungsfähigkeit und sendet ein starkes Signal für den Freihandel." Das Abkommen beweise, dass die EU ein relevanter geostrategischer Akteur sein könne.
Ähnlich äußerte sich der Verband der Chemischen Industrie (VCI). "Das ist ein guter Tag für Europa. Der Europäische Rat macht den Weg frei und weckt neue Hoffnung für die europäische Industrie", sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. "Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen sendet die EU damit in schwierigen Zeiten ein starkes Signal: Europa will mitgestalten - und nicht nur zuschauen." Das Abkommen bringe konkrete Vorteile.
"Handelsbeschränkungen fallen weg, Unternehmen sparen rund vier Milliarden Euro jährlich an Zöllen", sagte Gönner. Mit mehr als 750 Millionen Menschen entstehe einer der größten Märkte der Welt. Besonders wichtig sei der Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium und Kupfer etwa für Elektromobilität und Erneuerbare Energien.
Der BDI sieht Europa weiter unter Druck, da die USA und China ihre Einflusssphären systematisch ausbauten. Mercosur könne daher nur der Anfang sein. "Die EU muss ihre strategischen Partnerschaften weiter diversifizieren und neue Märkte erschließen", forderte Gönner. "Dazu zählen die Handelsabkommen mit Indien und Indonesien."
Die Botschafter der EU-Staaten haben sich drei EU-Diplomaten zufolge vorläufig auf ein geplantes Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur geeinigt. Die EU-Hauptstädte haben demnach bis 17 Uhr Zeit, ihre Zustimmung schriftlich zu bestätigen, hieß es weiter. Es ist das größte Handelsabkommen, das die EU je geschlossen hat. Es muss jedoch noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden, bevor es in Kraft treten kann.