Wirtschaft

Einigung mit Betriebsrat VW könnte Tausende weitere Stellen abbauen

Volkswagen will weiter Stellen abbauen. Dazu vereinbart das Unternehmen mit dem Betriebsrat ein neues Sparprogramm. Es enthält ein umfassendes Altersregelungspaket sowie eine Verlängerung des Einstellungsstopps bis zum Jahresende.

Volkswagen hat sich mit dem Betriebsrat des Autobauers auf weitere Schritte zum Stellenabbau geeinigt. Demnach werden bestehende Angebote zur Altersteilzeit nun auch für den Jahrgang 1964 geöffnet. Zudem sollen älteren Beschäftigten neue Angebote für einen Vorruhestand unterbreitet werden. Das teilte die Volkswagen AG in Wolfsburg mit.

Wie viele Stellen auf diese Weise eingespart werden, hängt davon ab, wie viele Arbeitnehmer die Angebote letztlich annehmen. In einer internen Mitarbeiterinformation, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, rechnet der Betriebsrat vor, dass über die zusätzlichen Altersteilzeitprogramme "eine niedrige vierstellige Zahl von Beschäftigten" aufhören könnte.

Laut einem Bericht des "Handelsblatt", der sich auf Unternehmenskreise beruft, stehen voraussichtlich bis zu 5000 Arbeitsplätze zur Disposition. Zudem könnten erfahrungsgemäß mit den neuen Vorruhestandsregelungen bis zu 900 Beschäftigte kurzfristig in Rente gehen. Eine VW-Sprecherin und ein Sprecher des Betriebsrates betonten übereinstimmend, dass es sich nicht um eine neue Runde des Stellenabbaus handele.

Da der Konzern den vorzeitig ausscheidenden Mitarbeitern einen Teil der Rentenlücke ausgleiche, entstünden durch den Stellenabbau zusätzliche Kosten. Dafür würden nun eine halbe Milliarde Euro angesetzt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise weiter. Im Gegenzug spare Volkswagen in den kommenden Jahren Milliarden, weil die Personalausgaben dann niedriger seien. Außerdem verlängere der Autobauer den bislang bis zum Ende des ersten Quartals angesetzten Einstellungsstopp bis zum Jahresende. Nur in wichtigen Zukunftsbereichen wie IT und Software dürften neue Mitarbeiter von außen geholt werden.

Fixkosten sollen reduziert werden

Hintergrund der Beschlüsse ist das sogenannte "Fixkostenprogramm", mit dem bis 2023 die Fixkosten im Unternehmen um insgesamt fünf Prozent fallen sollen. Der Aufsichtsrat von VW hatte Vorstandschef Herbert Diess vor Weihnachten prinzipiell Rückendeckung für dieses Vorhaben gegeben. Als Etappensieg des Betriebsrats galt dabei bereits die Zusage des Managements, mögliche neue Einsparungen nur im Rahmen bestehender Programme umzusetzen.

Bei Volkswagen können Stellen nur "sozialverträglich" abgebaut werden, weil im Unternehmen bis 2029 Beschäftigungssicherung gilt. "Unternehmen und Betriebsrat hatten Ende 2020 vereinbart, bis 2023 weitere Sparbemühungen umzusetzen", schreibt der Betriebsrat. "Die hier erläuterten Regelungen gelten aber vorerst nur bis Ende 2021."

Zu den aktuellen Vereinbarungen zählt auch eine Verlängerung des sogenannten "Level Freeze"-Programmes, mit dem Personalobergrenzen eingefroren werden. Dies sei ein "wichtiger Hebel, um die interne Transformation des Unternehmens zu beschleunigen, da die Nachbesetzung der Stellen zuerst über den internen Arbeitsmarkt erfolgen muss".

Quelle: ntv.de, hek/dpa/rts

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