Wirtschaft

Zu hohe Verbrauchswerte VW zeigt sich wegen Porsche 911 selbst an

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Porsche-Vorstand Dr. Oliver Blume neben einem Sportwagen 911 in Detroit.

(Foto: REUTERS)

Neuer Ärger für Volkswagen: Laut einem Medienbericht erstattet der Autobauer Selbstanzeige. Hintergrund sind offenbar fehlerhafte Verbrauchswerte des Sportwagen-Modells 911, das von Tochterunternehmen Porsche gebaut wird.

Dem Volkswagen-Konzern droht möglicherweise neuer Ärger. Die Volkswagen-Tochter Porsche hat Selbstanzeige beim Kraftfahrtbundesamt im Zusammenhang mit fehlerhaften Verbrauchswerten erstattet. "Porsche hat bei internen Untersuchungen Themen im Zusammenhang mit einzelnen, sogenannten Ausrolltests festgestellt, welche angewandt werden, um fahrzeugspezifische Werte für Rollenprüfstandstests zu ermitteln", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

"Im konkreten Fall geht es um Abweichungen bei der Ermittlung von Windwiderstandswerten und entsprechende Berichte, die den zuständigen Behörden übermittelt wurden". Das Problem stehe nicht im Zusammenhang mit der Motorsteuerungssoftware, die Fahrzeugsicherheit sei ebenso nicht betroffen.

Der Sprecher betonte, dass man aktiv auf die Behörden zugegangen sei. Das sei für das Unternehmen eine "Selbstverständlichkeit und Ausdruck seiner Firmenkultur". Die internen Untersuchungen würden in enger Abstimmung mit den Behörden fortgesetzt.

Laut dem "Spiegel" sind die Baujahre 2016 und 2017 betroffen. Wie das Magazin weiter berichtet, will VW auch die amerikanische Umweltschutzbehörde (EPA) und die kalifornische Lufreinhaltungskommission (CARB) informieren. Warum die Porsche-Wagen mehr Kohlendioxid ausstoßen als angegeben, ist dem Bericht zufolge bislang unbekannt. Bei den Verbrauchsmessungen soll ein falscher Wert für den Luftwiderstand verwendet worden sein. Sollten die Verbrauchswerte mehr als zehn Prozent über den ursprünglichen Angaben liegen, könnten Kunden nach deutschem Recht Schadensersatzansprüche stellen, so der "Spiegel".

VW war im September 2015 weltweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem der Konzern Manipulationen an Dieselmotoren zugegeben hatte. US-Umweltbehörden hatten festgestellt, dass die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand voll aktiviert war, auf der Straße lag der Stickoxid-Ausstoß weit höher.

In dem Abgas-Skandal sieht sich der VW-Konzern aktuell einer Vielzahl von Klagen gegenüber. Neben zivilrechtlichen Klagen von Autobesitzern, die sich getäuscht fühlen, geht es auch um Klagen von Anlegern und Investoren. Außerdem wird strafrechtlich ermittelt. Laut VW wurden die meisten Klagen betroffener Autobesitzer bisher abgewiesen. In vielen Fällen erzielte der Autobauer mit einer Zahlung an die Kläger einen Vergleich. Darüber hinaus können sich betroffene Autobesitzer einem Musterverfahren anschließen, mit dem die Verbraucherzentralen und der ADAC einen grundsätzlichen Anspruch auf Schadenersatz feststellen lassen wollen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/DJ