Wirtschaft

Trump verkündet einen DealVenezuela krallt sich iranischen Ölkunden

01.02.2026, 08:51 Uhr
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Arbeiter des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA freuen sich über eine Liberalisierung des Erdölsektors. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Iran verliert offenbar eine wichtige Einnahmequelle. Laut Donald Trump bezieht Indien nicht länger Öl von der Islamischen Republik. Der Eingriff des US-Präsidenten in die venezolanische Ölwirtschaft trägt anscheinend Früchte.

Die USA haben dem Iran womöglich eine wichtige Einnahmequelle entrissen. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wird Indien künftig Ölimporte aus der Islamischen Republik vermeiden und stattdessen Öl aus Venezuela beziehen. Das erklärte er am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Florida. "Wir haben diesen Deal bereits gemacht", sagte Trump. Einzelheiten nannte der US-Präsident nicht.

Erklärtes Ziel der US-Regierung sind Sanktionen, um die Regierung in Teheran im Streit über das Atomprogramm und über die brachiale Niederschlagung von Protesten zum Einlenken zu zwingen. Öl-Exporte sind die wichtigsten Devisen-Einnahmen Irans.

Die US-Regierung hatte in dieser Woche einige Sanktionen gegen die venezolanische Ölindustrie gelockert, um den Verkauf von Rohöl zu erleichtern. Trump brachte am Samstag zudem China als weiteren möglichen Abnehmer ins Spiel. Die Volksrepublik sei willkommen und könne ebenfalls ein "großartiges Geschäft" mit Öl machen, sagte der Präsident.

Rodríguez spricht mit Modi

Zuvor hatte bereits die neue Führung in Caracas mitgeteilt, dass sie sich in Verhandlungen mit der indischen Regierung befindet. Sie habe mit dem indischen Premierminister Narendra Modi telefoniert und über eine Zusammenarbeit im Energiebereich gesprochen, sagte die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez am Samstag. In dem Telefonat sei es um eine "strategische Kooperation bei Energie, Landwirtschaft, Wissenschaft und Technologie, der Pharmaindustrie, im Bergbau, im Automobilsektor und Tourismus" gegangen.

Rodríguez war Vizepräsidentin unter Präsident Nicolás Maduro und wurde nach dessen Gefangennahme durch die USA Anfang Januar als Interims-Staatschefin eingesetzt. Seitdem bemüht sich Venezuela um eine Wiederbelebung der angeschlagenen Wirtschaft.

Zurück zu den Wurzeln

Venezuela verfügt über die größten bekannten Ölreserven der Welt. In der vergangenen Woche wurde im venezolanischen Parlament ein Gesetzentwurf zur Öffnung des Erdölsektors für private Unternehmen auf den Weg gebracht. Bisher liegt dieser Sektor größtenteils in staatlicher Hand.

Venezuela war einer der größten Rohöllieferanten Indiens, bis US-Präsident Donald Trump US-Sanktionen gegen Caracas verschärfte. Seit Maduros Entmachtung drängt Trump Caracas zu einer Öffnung seiner Ölfelder für US-Investoren.

Quelle: ntv.de, chr/rts/AFP

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