Wirtschaft

Reaktion auf Coronavirus Veranstalter verlegt Hannover Messe auf Juli

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Geplant war die Hannover Messe eigentlich für Ende April.

(Foto: dpa)

Aus Sorge vor dem Coronavirus soll die weltgrößte Industrieschau, die Hannover Messe, in diesem Jahr erst im Juli stattfinden. Zwar gibt es im Vorfeld kaum Absagen von großen Ausstellern, dennoch halten die Veranstalter die Messe derzeit für nicht realisierbar.

Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6000 Ausstellern aus 70 Ländern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG mit.

Das Gesundheitsamt der Region Hannover habe den Veranstaltern dringend empfohlen, die Hinweise des Robert-Koch-Instituts für Großveranstaltungen zu beachten. Diese hätten zur Folge, dass an allen Eingängen des Messegeländes Fiebermessstationen hätten eingerichtet werden müssen. Zudem hätte Teilnehmern aus Risikogebieten sowie solchen, die Kontakt zu Personen aus solchen Regionen hatten, der Zutritt verwehrt werden müssen. Die genannten Maßnahmen seien für die Messegesellschaft nicht realisierbar.

Andere internationale Messen wie der Mobile World Congress in Barcelona, die ITB in Berlin, die Leipziger Buchmesse, der Genfer Automobilsalon oder die Handwerksmesse in München wurden bereits gestrichen. In Hannover stand die Messegesellschaft lange im Austausch mit den Gesundheitsbehörden. "Wir schauen uns die Entwicklung tagtäglich an", hatte ein Sprecher erklärt.

Auch IT-Konzerne wie Google, Amazon, Huawei, SAP oder Microsoft hatten sich zur diesjährigen Hannover Messe angemeldet. Partnerland ist Indonesien, dessen Präsident Joko Widodo anlässlich der Ausstellung Deutschland besuchen wollte. Zunächst war noch ein gesondertes Hygiene- und Gesundheitskonzept erarbeitet worden.

Weitere Messen in Hannover verschoben

Bei der Reifenmesse "Tire Technology Export" hatte es jüngst verschärfte Sicherheitsvorkehrungen gegeben: Besucher mussten bestätigen, in den Tagen vor ihrer Ankunft nicht in China gewesen zu sein. Körpertemperatur-Scanner wurden eingeführt und Spender mit Desinfektionsspray aufgestellt. Sicherheitsleute öffneten Türen zur Vermeidung von häufigem Kontakt mit Türklinken. Zwei für den März geplante Branchentreffen hatten die Veranstalter in Hannover ebenfalls bereits verschoben. Sowohl die Halal-Messe für islamkonforme Produkte als auch die IT-Messe Twenty2X sollen neue Termine bekommen.

*Datenschutz

 

Bei der Hannover Messe hatte es Absagen von Teilnehmern bisher nicht in größerem Umfang gegeben. Allein wegen der Reisebeschränkungen in China hatte die Deutsche Messe AG aber schon mit deutlich weniger Gästen als üblich aus der Volksrepublik gerechnet. Die Ausstellung wollte in diesem Jahr vor allem neue Technologien für mehr Klimaschutz, den jüngsten Stand beim 5G-Mobilfunkstandard und datengesteuerte künstliche Intelligenz zeigen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts