Wirtschaft

Vorfreude auf Weihnachten Verbraucher in Shopping-Laune

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Die beiden letzten Monate des Jahres dürften dem Handel mehr als 100 Milliarden Euro in die Kassen spülen.

(Foto: imago/Ralph Peters)

Pünktlich zur wichtigsten Jahreszeit für den Handel deutet nicht auf eine nachlassende Konsumfreudigkeit der Verbraucher. Im Gegenteil: Die allgemeine Zuversicht ist gestiegen. Der Branche stehen Festtage ins Haus.

Positiv gestimmt gehen die Die Verbraucher in Deutschland in die Vorweihnachtszeit. Der vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK monatlich ermittelte Konsumklimaindex kletterte für Dezember leicht auf 9,7 Punkte. Im Vormonat war der Wert noch gesunken. Der Handel kann angesichts der Kauffreudigkeit der Bundesbürger mit einigem Optimismus auf das anstehende Weihnachtsgeschäft blicken. "Es spricht gegenwärtig nichts dagegen, dass das Weihnachtsgeschäft ähnlich wie im vergangenen Jahr laufen wird", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet laut einer Prognose von Anfang November gar mit einem Umsatzplus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit würde der Handel in November und Dezember mehr als 100 Milliarden Euro einnehmen - ein Umsatzrekord. In den ersten neun Monaten lagen die Einnahmen laut Statistischem Bundesamt bereits real 3,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Immer mehr Kunden gehen laut HDE bereits an Black Friday und Cyber Monday gezielt auf Schnäppchenjagd. An den Einkaufstagen am 29. November und 2. Dezember werben Händler mit besonderen Rabatten: Der HDE rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro allein an diesen beiden Tagen. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 22 Prozent.

Laut GfK zeigt die Entwicklung, dass Verbraucher den Kauf technischer Konsumgüter wie Handys oder Fernseher für den Gabentisch auf November vorziehen: "Wir beobachten diesen Trend schon lange", so GfK-Experte Norbert Herzog. 2018 sei die Black-Friday-Woche in Deutschland sogar umsatzstärker als die Woche vor Heiligabend gewesen. Auf der anderen Seite führe der Trend hin zu höherwertigen Produkten zu zusätzlichen Umsatzpotenzialen für die Händler. Diese Sonderaktionen würden insbesondere von Online-Händlern forciert: Sie könnten zwei Verkaufsspitzen - an Black Friday und an Weihnachten - logistisch besser bewältigen als Filialunternehmen: "Diese Vorteile können die E-Commerce Verkäufe deutlich befeuern", so Einzelhandelsexperte Herzog.

Konsumlaune trägt Konjunktur

Beim GfK hieß es weiter, dass die Bürger vor allem die konjunkturelle Entwicklung deutlich positiver einschätzten als noch vor einem Monat. Die Verbraucher hätten "durch ihre ausgesprochen gute Konsumlaune maßgeblich dazu beigetragen, dass im dritten Quartal eine Rezession in Deutschland verhindert werden konnte", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Mit einem Plus um 15,5 Zähler innerhalb eines Monats sei der Anstieg bei der Konjunkturerwartung so stark wie seit über neun Jahren nicht mehr, so die GfK. Zudem liege der Wert nun wieder leicht über seinem langjährigen Durchschnitt. Dazu beigetragen habe auch die leichte Deeskalation im Handelsstreit durch den vorläufigen Verzicht der USA auf eine Anhebung von Zöllen für Importe aus der EU.

Außerdem werde die Beschäftigung trotz der Meldungen über Stellenabbau und Kurzarbeit nach wie vor als stabil erwartet, so Bürkl. Im Schlepptau der optimistischeren Konjunkturaussichten habe sich bei den Bundesbürgern auch die Erwartung an ihre künftige finanzielle Lage spürbar verbessert. Zusätzlichen Rückenwind erhalte die Einkommenserwartung von der gesunkenen Teuerungsrate. Sinkende Inflationsraten stärken die Kaufkraft der Verbraucher.

Auch die Neigung der Verbraucher zu größeren Anschaffungen habe ihr sehr hohes Niveau im November gehalten, sagte Bürkl weiter. Verstärkt werde die Konsumlaune, weil die Alternative Sparen durch die weitere Verschärfung der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch weniger attraktiv werde. "Die Diskussion um Negativzinsen auch bei Privatanlegern wird noch mehr Konsumenten veranlassen, ihr Geld lieber für Anschaffungen auszugeben als auf die Bank zu tragen", sagte Bürkl. Er mache sich jedoch Sorgen um die Altersvorsorge vieler Deutscher. "Jetzt müsste man eigentlich noch mehr Geld zurücklegen, um einigermaßen im Alter gewappnet zu sein."

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa